Was ist eigentlich unter dem Begriff Romanik zu verstehen?

Die ‚romanische‘ (Stil)Phase, also die ‚Romanik‘, gilt als erste gesamteuropäische Kunst- und Architekturepoche, setzte etwa um das Jahr 1000 ein, wird in Früh-, Hoch- und Spätromanik unterteilt und dauerte ungefähr bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts.

Durchdrungen von einem zuvor lange Zeit nicht dagewesenen Glaubensgefühl, begannen die Menschen im seinerzeitigen Europa geradezu so etwas wie einer Bauwut nachzugehen.

Errichtet wurden unter anderen Burgen, Klöster und Kirchen. Ganz besonders manifestierte sich die Euphorie in Letzteren, also im Kirchenbau.

Schon damals: Europas Vielfalt

So sollen, wie es heißt, in jener Zeit allein in Frankreich weit über 1500 Kirchen entstanden sein. Natürlich beschränkte sich das enthusiastische Gebäudehochziehen nicht allein auf Frankreich. Wie das so ist mit den Landsmannschaften, entwickelten sich zahlreiche regionale Charakteristika. In der

  • Toskana zum Beispiel,
  • oder auf Sizilien,
  • im Rheinland,
  • in der Provence und anderen mehr.

Merkmale

Allen gemeinsam aber waren eine kompakte, stabile Bauweise mit dicken Mauern, kleinen Fenstern und schlicht anmutenden Fassaden. Anders gesagt, der Baustil vermittelte/vermittelt alles in allem einen irgendwie schweren, geerdeten und pragmatisch wirkenden Eindruck.

Darüber hinaus gelten als ein wesentliches Merkmal der ‚Romanik‘ der

  • quadratische Grundriss – wobei in der Regel zwei quadratische Kreuzgewölbe eines Seitenschiffs dem Quadrat des Mittelschiffs entsprechen –,
  • Gewölbe, sprich: die unter der Grundfläche angelegte Krypta,
  • die Wölbung, die so genannten Rundbögen der Decke, (Stütz)Pfeiler und Säulen sowie die
  • Schlichtheit der Innenraum-bzw. der Wandgestaltung.

Bekannt berühmte Bauten der ‚Romanik‘ – eine geringe Auswahl:

Frankreich

  • Abteikirche Saint-Remi/Reims,
  • Stiftskirche Notre-Dame-la-Grande/Poitiers,
  • St-Pierre-et-St-Paul, Cluny/Burgund,
  • Kirche Saint-Pierre de Montmartre/Paris

Italien

  • Markusdom in Venedig,
  • ‚Schiefer‘-Turm zu Pisa/Toskana,
  • Kathedrale zu Pisa/Toskana,
  • Baptisterium San Giovanni/Florenz,
  • Palazzo dei Normanni in Palermo/Sizilien,
  • Basilika San Nicola in Bari/Apulien

Deutschland

  • Dom zu Speyer,
  • Klosteranlage ‚Unser Lieben Frauen‘ in Magdeburg,
  • Mainzer Dom,
  • Benediktinerabtei Maria Laach,
  • Bamberger Dom

PS

Der Begriff ‚Romanik‘ (franz.: ‚romanesque‘) wurde erst im frühen 19. Jahrhundert geprägt, stamm von einem Franzosen und sollte auf die römische (lat.: ‚romanus‘) Architektur verweisen.

Autor: Manfred Zorn
Quellen: „Bildung“ (Dietrich Schwanitz/Goldmann), „Kaiser, Ritter und Scholaren“ (Das farbige LIFE Bildsachbuch, rororo), „Das große Buch der Allgemeinbildung“ (Dudenverlag)

 

 

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