Die Kathedrale von Florenz – wann und von wem wurde sie gebaut?

Das ‚Wann‘ wird, Chroniken zur Folge, bereits mit dem ausgehenden 13. Jahrhundert – etwas genauer gesagt, soll das um 1296 herum gewesen sein – datiert. Das ‚von wem‘ hat naturgemäß (die Bauzeiten waren meist sehr lang) viele Väter.

Hintereinanderweg

Aufeinanderfolgend, ab und an unterbrochen durch den Tod des jeweiligen Vorgängers, gaben sich zum Beispiel im Zuge der Entstehung der Kathedrale Santa Maria del Fiore die nachstehenden Architekten, Bildhauer und andere Gewerke sozusagen die Klinke in die Hand:

  • Arnolfo di Cambio (*um1240?/°um1310?), der den ersten Entwurf im Stil der Gotik einbrachte,
  • Giotto di Bondone (*um1270?/°1337), der die nach dem Tod Cambios liegengebliebenen Arbeiten 1334 wieder aufnahm und sich um den 85 Meter hohen Glockenturm der Kathedrale verdient gemacht hat,
  • Andrea Pisano (*1290/°1348), der 1340 das Schaffen Giottos fortführte sowie
  • Francesco Talenti (*1300?/°1369), der 1351 auf Pisano folgte, dann aber 1364 von
  • Giovanni die Lapo Ghini (*?/°?) abgelöst wurde.

Filippo Brunelleschi

‚Und dann…‘, um es einmal flapsig mit Frank Zander zu sagen ‚… kam Kurt…‘. Nein, natürlich nicht.

Der, der kam, war Filippo Brunelleschi (*1377/°1446) – Architekt, Ingenieur, Goldschmied, Skulpteur und ideenreicher Tüftler – der von 1420/21 bis 1434/36 als Bauleiter für die Realisation seiner Pläne für die heute noch aufsehenerregende Kuppel der Kathedrale, des Doms von Florenz, verantwortlich zeichnete.

Erwähnenswert ist hier die Schilderung des zeitgenössischen Brunelleschi-Biografen Giannozzo Manetti (*1396/°1459) aus der 1986 im Prestel-Verlag erschienenen Reisebeschreibung ‚Toskana‘ von H.J.Fischer (Zitat):

‚…da man nun dazu kam, die Wölbung der doppelten Kuppel emporzuziehen, ließ er (Brunelleschi) einige Ellen aufmauern ohne Schwierigkeit und ohne Angst der Maurer, da die Wände noch beinahe senkrecht standen; aber kaum waren die Mauern etwas höher hinaufgezogen, so geschahen zwei Dinge von Wichtigkeit, denn die Gefahr stieg ständig an und damit die Angst der Maurer und der anderen, welche dort arbeiteten, da sie unter sich keinerlei Gerüst hatten, noch irgendeinen Schirm, und die Höhe allein flößte Furcht ein. Und keine geringe…!‘

Endspurt

Nach gut fünfzehn/sechzehn Jahren Bauzeit, bildete das im Innendurchmesser mit knapp 46 Metern und in der Höhe mit guten 100 Metern vermessene selbsttragende Gewölbe, also die gewaltige Kuppel, den vorläufigen Abschluss der langen Bauzeit.

Im März 1436 wurde die Kathedrale von Papst Eugen IV. (*1383/°1447) der ‚Heiligen Jungfrau Maria‘ geweiht. Was aber nicht heißt, das nicht über die darauffolgenden Jahrhunderte, fast bis in unsere Zeit, am Florentiner Dom – mal hier, mal da – außen wie innen weiter- und umgebaut oder ergänzt wurde.

Der Besuch lohnt

Heute jedenfalls gehört das bauliche und das Stadtbild prägende Ensemble mit dem

  • Dom, und des, einer Haube ähnelnden, Dachgewölbes (‚Cupolone‘/,riesige Kuppel‘),
  • dem Glockenturm (‚Campanile di Giotto‘)

und die dem Dom gegenüberliegende

  • Taufkirche (‚Baptisterium di San Giovanni‘)

zu den herausragenden architektonischen Kunstwerken nicht nur der Stadt Florenz oder Italiens, sondern, man kann es wohl getrost so sagen, durchaus auch ‚weltweit‘.

Es gibt Dinge, die hier im Detail einfach nicht zu beschreiben sind. Man sollte sich selbst ein Bild vor Ort machen …

Anm.:

Baugröße:

  • Dom (ca.): Länge 153 m, Breite 38m, Höhe 114 m
  • Höhe Mittelschiff (ca.): 35 m
  • Höhe Seitenschiffe (ca.): 23 m

Baustil:

Über die Bauzeit hinweg durchmischt – Gotik, Romanik, Renaissance

Autor: Manfred Zorn
Quellen: „Florenz“ (Andreas Grote/Prestel-Verlag München), „Toskana“ (H.J.Fischer/Prestel-Verlag München

 

 

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