‚Impressionismus‘ – was ist das und wann und wo entstand er?

Impressionismus ist eine Stilrichtung, die sich etwa ab plus/minus 1860 herum in Frankreich entwickelte und bis ungefähr zum Ende des 19. Jahrhunderts datiert wird, aber mit dem so genannten ‚Deutschen Impressionismus‘ – vertreten zum Beispiel durch den Maler Max Liebermann  – bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein wirkte.

Einordnung

Schwierig zu sein scheint, eine exakte Trennungslinie zu einigen weiteren sowie nicht unähnlichen Varianten der zeitgleich oder sogar ‚überlappend‘ Fuß fassenden Kunstrichtungen zu ziehen – wie beispielsweise zu den fünf ‚ismen‘:

  • Realismus (1848-1890),
  • Naturalismus (1880-1900),
  • Historismus (1870-1890),
  • Symbolismus (1860-1925) oder
  • Post-Impressionismus (etwa zwischen 1880 und 1905).

Ursprung und Name

Der ausgesprochen charmant und gefällig daherkommende Stil des Impressionismus mit seinen freundlichen Lichtstimmungen, der leuchtend klaren Farbgebung sowie den das Leben bejahend anmutenden Themengebieten, hat seinen Ursprung in der ersten gemeinsamen Ausstellung überwiegend französischer Künstler 1874 in Paris.

Namensgeber war das Bild ‚Impression, soleil levant‘/‚Eindruck eines Sonnenaufgangs‘ oder auch ‚Aufgehende Sonne‘ von Claude Monet.

Vorstellung und Inspiration

Die Idee der Impressionisten war, ihren Arbeiten die Ausdrucksform des Tatsächlichen zu verleihen. Also, die Dinge so wiederzugeben, wie sie sich ihnen buchstäblich darstellten. Waschecht, sozusagen.

Folglich saß der Maler irgendwo in der Landschaft, malte ein bäuerlich-ländliches Motiv, brachte bürgerliches Freizeitleben auf die Leinwand, porträtierte sich selbst und andere oder hinterließ der Nachwelt wunderbarste Gartenbilder.

Und das alles so, wie er, der Maler, es justament im Augenblick des Malens wahrnahm.

Lichtdurchflutet sollten die veranschaulichten Szenen wirken. Erreicht wurde das mit fast ausschließlich hellen Farben, deutlich sichtbarer, aber doch butterweicher Pinselführung und einer gewissen Unschärfe in den Konturen.

Eine Auswahl

Die heute wohl nach wie vor bekanntesten Maler dieser Stilrichtung waren (unter anderen):

In Frankreich

  • Paul Cézanne (*1839/°1906),
  • Paul Gauguin (*1848/°1903),
  • Édouard Manet (*1832/°1883),
  • Claude Monet (*1840/°1926),
  • Camille Pissarro (*1830/°1903) und
  • Pierre-Auguste Renoir (*1841/°1919)

In Deutschland

  • Paul Klimsch (*1868/°1917),
  • Max Liebermann (*1847/°1935),
  • Richard Mund (*1885/°1968),
  • Richard Pietzsch (*1872/°1960),
  • Maria Slavona (*1865/°1932)

In den Niederlanden

  • Vincent Willem van Gogh (*1853/°1890),
  • Jacob Hendricus Maris (*1837/°1899),
  • Jan Hillebrand Wijsmuller (*1855/°1925)

Ok. Bis hierher.

Es würde den auf dieser Seite gewählten Rahmen sprengen, die (fast) unendliche Vielzahl impressionistischer Maler, Zeichner und Grafiker aus Belgien, Österreich, Ungarn, Russland, Kanada, Australien, den USA und vielen anderen Ländern aufzuzählen.

Blieben aber noch Bildhauer, Literaten und Musiker mit Namen von Rang kurz zu erwähnen. Wenigstens ein paar. Zum Beispiel:

  • Stefan Zweig (*1881/°1942 – Österreich, Literatur),
  • Rainer Maria Rilke (*1875/°1926 – Deutschland, Literatur),
  • Arthur Schnitzler (*1862/°1931 – Österreich, Literatur),
  • Marcel Proust (*1871/°1922 – Frankreich, Literatur),
  • Auguste Rodin (*1840/°1917 – Frankreich, Bildhauer),
  • Edgar Degas (*1834/°1917 – Frankreich, Maler und Bildhauer),
  • Claude Debussy (*1862/°1918 – Frankreich, Musik),
  • Maurice Ravel (*1875/°1937 – Frankreich, Musik).

Nachtrag

Im Flyer zur Ausstellung ‚Von Poussin bis Monet – Die Farben Frankreichs‘ 2015/16 im Bucerius Kunst Forum in Hamburg steht unter anderem geschrieben:

‚… Paul Cézanne (zum Beispiel) sah die Natur als ein Gefüge von Farbflächen. Die Malerei erzählte nicht mehr, sondern gab zu sehen. Die Farbe bildete Licht nicht mehr nur ab, sie wurde zum Licht …‘

Ein Satz, der – zwar mit nur knappen Worten, aber dennoch überzeugend und plausibel – die Kunstrichtung des ‚Impressionismus‘ vortrefflich umreißt …

Autor: Manfred Zorn
Quellen: „Das Europäische Geschichtsbuch“ (Hrsg. Frédéric Delouche/Klett-Cotta), „Allgemeinbildung XXL“ (Hrsg. Matthias Edbauer/Compact Verlag), „Max Liebermann“ (Flyer Hamburger Kunsthalle 2011/12), „Von Poussin bis Monet“ (Flyer Bucerius Kunst Forum Hamburg 2015/16), „Das Musée d’Orsay‘ (Klett-Cotta)

 

 

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