Wofür ist der deutsche Architekt Karl Friedrich Schinkel bekannt?

Für seinen herausragenden Beitrag, den der auf vielen Gebieten begabte – unter anderem als Architekt, Baumeister, Maler und Stadtplaner – Karl Friedrich Schinkel (*1781/°1841) mit seinem Wirken geleistet hat. So galten und gelten immer noch eine beachtliche Anzahl seiner Werke als Highlights des Klassizismus.

Klassizismus

Eine etwa zwischen 1750 und 1840 datierte Stilrichtung, die sich im Kern an der ‚Nachahmung‘ griechisch-antiker Kunst mit ihren klaren und schlichten Formen orientierte. Also Schluss mit Barock und Rokoko! Im Besonderen in der Architektur gehört zum Beispiel Karl Friedrich Schinkel zu den maßgeblichen Verfechtern dieser Sichtweise.

Geburt, Elternhaus und Ausbildung

Karl Friedrich, der – ausgestattet mit einem, so heißt es, liebenswürdigen Naturell und im Umgang mit Dritten, ob privat oder beruflich, ein angenehmer und seine Mitmenschen wertschätzender Charakter, im Job aber durchaus ein gewissenhafter und verantwortungsvoller Staatsdiener gewesen sein soll –

  • wurde im März 1781 in der Fontanestadt Neuruppin in Brandenburg geboren,
  • wuchs auf in einem protestantischen Pfarrhaus,
  • durchlebte den üblichen Schulalltag in Neuruppin,
  • wechselte 1795, einige Jahre nach dem Tod des Vaters gemeinsam mit der Mutter, den Wohnsitz nach Berlin,
  • machte 1798 seinen Abschluss am Berliner Gymnasium ‚Zum Grauen Kloster‘,
  • begann eine Lehre an der Privatschule für Architektur beim Vater (David Gilly) seines besten Freundes (Friedrich Gilly),

um dann, etwa zwei Jahre später,

  • an die ‚Berliner Bauakademie‘ zu wechseln sowie – begleitend und obendrauf –
  • an der einen oder anderen Vorlesung an der ‚Akademie der Schönen Künste‘ teilzunehmen.

Abschluss und Weiterentwicklung

Obwohl die Jahrhundertwende 1799/1800 keinen Anlass zu ausgelassener Freude bot – seine Mutter und sein enger Freund Friedrich waren in 1800 verstorben –

  • schloss Karl Friedrich 1802 die Ausbildung, vermutlich mit dem Amtstitel ‚Bauinspektor‘, ab,
  • übernahm von seinem verstorbenen Freund die bauliche Weiterführung des Schlosses Owinsk nahe Posen in Polen

und entwarf schließlich das 1800 als erstes nach seinen Plänen errichtete Bauwerk:

  • den ‚Pomonatempel‘ auf dem Pfingstberg in Potsdam.

In den ersten Jahren darauf, fand KF sein Auskommen mit der Gestaltung von Theaterkulissen, Malerei und/oder Entwürfen für die verschiedensten Alltagsgegenstände, und bereiste in den Jahren 1803 bis 1805 – gemeinsam mit einem ehemaligen Kommilitonen – Tschechien, Österreich, Italien und Frankreich.

Ehe, Kinder und Karriere

Im August 1809 heiratete KF eine gewisse Susanne Berger, die er offenbar auf seiner Reise kennengelernt hatte, bekam mit ihr im Laufe der Zeit vier Kinder und stieg – in den Jahren 1810 bis 1838 – kontinuierlich die Karriereleiter hinauf.

Im (durchschnittlichen) Fünfjahres-Rhythmus:

Oberbauassessor, Oberbaurat, Professor an der Bauakademie, Oberbaudirektor und schließlich Oberlandesbaudirektor.

Ziel erreicht

In all den Jahren beispielsweise zuständig für Stadtentwicklung und Denkmalpflege in Berlin sowie darüber hinaus als vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. (*1770/°1840) für eine Reihe größerer Bauvorhaben berufener Architekt, gehen unzählige von KF-Schinkel geplante, entworfene, vorgeschlagene, durchgeführte und realisierte Neu-, Aus- und Umbauten von Schlössern, Kirchen, öffentlichen Gebäuden (einschließlich verschiedentlicher Innenausstattungen) und Denkmälern auf die Arbeiten Schinkels zurück.

Eine (kleine) Architektur-Auswahl

  • Schinkelkirche Neuhardenberg/Brandenburg,
  • Schloss Ehrenburg, Coburg/Oberfranken,
  • Petruskapelle Alexisbad/Sachsen-Anhalt,
  • Neue Wache/Berlin-Mitte,
  • Schauspielhaus am Gendarmenmarkt/Berlin,
  • Altes Museum/Berlin-Mitte,
  • Friedrichswerdersche Kirche/Berlin-Mitte,
  • Schloss Charlottenhof/Berlin,
  • Rathaus in Kolberg/Polen,
  • Schloss Babelsberg/Potsdam,
  • Akademisches Gymnasium Danzig am Winterplatz und und und …

Abschied

Karl Friedrich Schinkel – ein mit unzähligen Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften namhafter Institutionen ausgezeichneter Architekt, Baumeister, Konstrukteur, Gestalter, Maler und Bühnenbildner – verstarb, nach langjährigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, im Herbst 1841 in Berlin und wurde auf dem Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden bestattet.

Seine vielfältigen Arbeiten wirken fort …

Autor: Manfred Zorn
Quellen: „Deutsche Geschichte, 1618-1815 und 1815-1918“ (Bertelsmann Lexikon Verlag)

 

 

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