Wieso konnte Hagen den eigentlich unverwundbaren Siegfried töten?

Na, ja – zu dieser Frage gibt es, wie so häufig in der Welt der Sagen und der Mythologie, mindestens zwei Antworten.

Die eine ist:

Hagen von Tronje, der den guten Siegfried im Auftrag des Burgunger/Nibelungenkönigs Gunther (möglicherweise im stillen Einvernehmen mit Brunhild) meucheln soll, war vor langer Zeit Zeuge, als Siegfried im Drachenblut gebadet und dadurch unverwundbar wurde.

Allerdings kannte er somit aber auch Siegfrieds einzigen wunden Punkt, nämlich die Stelle an Siegfrieds Schulter, auf die ihm seinerzeit dummerweise ein Lindenblatt gefallen war.

Und die zweite Antwort?

Als zweite Antwort wird häufig Kriemhilds Arglosigkeit genannt.

Die soll dem tapferen Gatten Siegfried ein Kreuz aufs Wams genäht haben.

Dass mag möglicherweise in der guten Absicht gelegen haben, dem Umfeld Siegfrieds zu bedeuten, wo dieser im Kampf nun so überhaupt nicht verletzt werden darf, andererseits war das natürlich auch nicht gerade klug – konnte der Mordbube Hagen von Tronje bei seiner Tat doch flugs Siegfrieds Achillesferse, die bei ihm in diesem Fall an der Schulter lag, ausmachen und den tödlichen Lanzenwurf ausführen. Dumm gelaufen …

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Mythen und Sagen des Nordens/Gerstenberg Verlag

 

 

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