Worum geht es in Aristophanes Komödie „Die Vögel“?

Die erstmals 414 v. Chr. in Athen aufgeführte Komödie „Die Vögel“, berichtet märchenhaft von zwei Athener Bürgern – Peisetairos und Euelpides – die von der durch Demagogen beeinflussten attischen Demokratie die Nase voll haben und daher nach einem Ort fahnden, in dem es sich ihrer Meinung nach besser leben lässt.

Gesagt, getan!

Sie machen sich auf den Weg, und treffen schließlich auf das Reich der Vögel.

Was eine gute Rhetorik vermag

Hier begegnet ihnen der König mit dem freundlichen Namen Wiedehopf allerdings mit Skepsis. Er und sein Vogelvolk halten Menschen nämlich für Vogelfänger.

Aber mit geschickter Rhetorik gelingt es Peisetairos, Wiedehopf und seine Vögel von einer wunderbaren Zukunft zu überzeugen, wenn sie denn deren Erschaffung ihm und seinem Kumpel Euelpides überlassen. Und diesen Einflüsterungen folgt die beschwatzte Vogelschar gern und mit großer Begeisterung. Und das schon allein deswegen, weil ihnen damit die Möglichkeit einer Blockadestellung zwischen Himmel und Erde – also im übertragenen Sinne zwischen Göttern und Menschen – in Aussicht gestellt wird.

Wolkenkuckucksheim

Flugs wird die Stadt Wolkenkuckucksheim gegründet, die jetzt sowohl den Göttern die Möglichkeit eines Erdenbesuchs, als auch umgekehrt die Durchlässigkeit von Gebeten und Opfern an die Götter unmöglich macht. Nichts geht mehr!

Gebratene Vögel

Gegen den inzwischen von Macht und Einfluss korrumpierten Peisetairos, sind selbst die von den Göttern geschickten Schlichter Poseidon, Herakles und ein Typ namens Triballos machtlos.

Schließlich rät der ständig ans Essen denkende Herakles dem Poseidon, die Dinge doch einfach so zu lassen wie sie sind.

Der despotische Peisetairos behält also die Fäden weiterhin in der Hand, gibt ein Fest und serviert zum Festmahl – frech, dumm oder aus Arroganz – gebratene Vögel.

Aristophanes und Berthold Brecht

Auf den Nenner gebracht und Berthold Brecht zitiert:

  • "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selbst!"

Aristophanes geht es in seiner Komödie „Die Vögel“ also im Wesentlichen um die negative Beeinflussung stupider, verbohrter und/oder unbedarfter Massen. Und das zu ihrem eigenen Nachteil – was durchaus auch an die Jahre dreiunddreißig bis fünfundvierzig des letzten Jahrhunderts (oder an DJT in den USA/21. Jahrhundert?) denken lässt …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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