Wovon handelt Aristophanes Komödie „Die Wolken“?

In Aristophanes Komödie „Die Wolken“ geht es um einen Landwirt aus Athen namens Strepsiades, der durch den Leichtsinn und aufwendigen Lebensstil seines Sohnes Pheidippides in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist.

 

Um vor einer zu erwartenden gerichtlichen Auseinandersetzung besser gewappnet zu sein, beschließt Strepsiades, den missratenen Sohn in die Schule des Sokrates zu schicken, um dort die Kunst geschliffener Gesprächsführung zu erlernen.

Doch Pheidippides denkt nicht daran, sich auf die Schulbank zu setzen. Also macht sich der Vater selbst auf den Weg zu Sokrates.

Der ruft den Chor der Wolken, die den Schüler Strepsiades mit der Methode der Dialektik – Argumente und Gegenargumente – vertraut machen sollen.

Da sich aber Strepsiades als total ungeeignet erweist, wird ihm geraten, doch lieber seinen Sohn zu schicken. Der stellt sich dann schließlich doch dieser Aufgabe, erlernt die zwei Arten der Logik (eine schlechte, ungerechte sowie eine gute und gerechte), glaubt sich der Sache gewachsen und beweist den Gläubigern mit Hilfe der so genannten „niederen“ Logik, dass sie im Grunde gar kein Recht auf ihre Schuldeneintreibung haben. Soweit, so gut!

Als aber Vater und Sohn in Streit geraten, letzterer seinen Vater mit dem Argument verprügelt, als Kind ebenfalls von seinem Vater geschlagen worden zu sein, also nun lediglich so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit übe, wird Strepsiades stinksauer auf Sokrates und dessen Lehre.

Immer noch wütend, begibt er sich zum Haus des Sokrates und steckt es in Brand.

Das Stück „Die Wolken“ wurde 423 v. Chr. noch zu Lebzeiten des Sokrates in Athen uraufgeführt. Zu der Zeit galt es als nicht erfolgreich.

Interpretationen zum "Warum" dieser Erfolglosigkeit des Stücks sind unter anderen möglicherweise die Tatsache, dass Aristophanes den angesehenen Sokrates sowie dessen Methode der Wahrheitsfindung kritisch-komödiantisch darstellte oder aber auch, dass er nicht Sokrates meinte, sondern explizit – in der Person des geistig nicht sehr regen Strepsiades – die Athener Gesellschaft auf den Arm nehmen wollte.

Und? Na, wer mag das schon?

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige