„Die Bakchen“ – was schildert Euripides in diesem Theaterstück?

Euripides (*etwa 480/°407 v. Chr.) schildert in dem nach seinem Tod 406 v. Chr. uraufgeführten Theaterstück „Die Bakchen“ eindringlich Rausch und Ekstase des Dionysoskults, der zu Beginn des Stückes in Theben – gegen den erklärten Willen des Königs Pentheus – eingeführt werden soll.

Dionysos aber lässt sich vom König nicht beirren.

Die Frauen der Stadt hat er in die nahen Berge geschickt, wo sie sich mit Begeisterung als ekstatische Mänaden gebärden.

Pentheus, erbost über diese ungebührliche Vorgehensweise des Dionysos, nimmt ihn vorsorglich in Gewahrsam, kann aber nicht verhindern, dass Dionysos seinen Palast kurz und klein schlägt. Damit nicht genug, Pentheus wird ebenfalls in einen Rausch versetzt und dazu verdonnert, in Frauenkleidern den Orgien beizuwohnen.

Im Zuge dieses orgiastischen Bacchanals wird Pentheus von seiner Mutter und Schwester buchstäblich in Stücke gerissen.

Als sich schließlich der Rauschzustand verflüchtigt, ist das Bedauern von Mutter und Schwester zwar groß, nutzt aber nichts, denn Dionysos jagt mitleidlos alle Mitglieder des alten Königshauses aus dem Land.

Das entspricht zwar nicht der feinen englischen Art, aber in der Mythologie geschieht so etwas schon mal.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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