Was sind die Paulusbriefe?

Die Paulusbriefe vom Apostel Paulus gelten als älteste Schriften des Neuen Testaments. Sie sollen noch vor den Evangelien geschrieben worden sein. Allerdings nicht alle von Paul. Bei einigen der sogenannten Paulusbriefe wird heute stark angezweifelt, dass die aus der Feder des "Paulus von Tarsus" (sein ganzer Name) stammen.

Als "echte" Paulusbriefe gelten demnach:

  • der Römer-Brief
  • der erste Brief an die Korinther
  • der zweite Brief an die Korinther
  • der Galater-Brief der Philipper-Brief
  • der erste Brief an die Thessalonicher
  • der Brief an Philemon

Eher nicht von Paulus stammen:

  • der zweite Brief an die Thessalonicher
  • der Brief an die Epheser
  • die Patoralbriefe
  • die zwei Briefe an Timotheus
  • der Brief an Titus
  • der Brief an die Kolosser
  • der Hebräer-Brief

Briefe rund um die Erlösung

Wie es auch um die wahre Autorenschaft im Einzelfall bestellt sein mag, sieht man schon am Titel der Briefe, worum es ging: um die Ausbreitung des Christentums. Paulus, der Jesus Christus nie begegnet war, zog um das Jahr 50 n.Chr. als christlicher Missionar durch den östlichen Mittelmeerraum. Dabei kam er ziemlich herum, Stationen waren unter anderem Korinth, Athen, Zypern und Jerusalem (dort traf er u.a. Petrus). Er gründete dabei sogar eigene Siedlungen, an die die Briefe zum Teil gerichtet sind.

Der Inhalt dieser Briefe ist allerdings komplex und für Nicht-Theologen oder nicht-eingefleischte Christen gar nicht so einfach zu verstehen. Vieles dreht sich um die Erlösung und um das Opfer, das Jesus Christus einging. Wer daran glaubt, dass dieses Opfer für einen selbst war, wird ebenfalls erlöst. Soweit die etwas vereinfachte Darstellung eines Außenstehenden.

Vom Saulus zum Paulus

Paulus selbst stammte wahrscheinlich aus Kilikien, einem Gebiet im heutigen türkisch-syrischen Grenzgebiet. Damit war er auf römischem Gebiet und aufgrund einiger Verdienste seines Vaters sogar römischer Bürger. Das war damals ein Privileg als Einwohner einer der Provinzen. Da der Evangelist Lukas ihn unter dem jüdischen Namen "Saulus"einführt, ist nicht ganz klar, wie er nun wirklich hieß. Er selbst nannte sich jedenfalls Paulus, nicht Saulus. Und dass die Redewendung "vom Saulus zum Paulus" seinen Übertritt zum Christentum widerspiegelt, gilt heute als falsch.

Römischer Bürger hin oder her, Rom wurde jedenfalls auch sein Schicksal: Paulus wurde um das Jahr 57 herum in Jerusalem verhaftet und zwei Jahre später nach Rom verschifft. Dort starb er um das Jahr 65 n.Chr., vermutlich als Märtyrer am Kreuz. Oder durch die Häscher Neros, denn dessen Christenverfolgung vom Jahr 64 n.Chr. fiel genau in diese Zeit.

Die paulinische Theologie rund um die Erlösung gilt als ganz wesentlicher Wegbereiter des Christentums. Später wurde seine Lehre in ihrer Fokussierung auf Jesus Christus auch zu einer Art Grundbaustein des Protestantismus.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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