Woher kommen eigentlich das Osterei und der Osterhase?

Aus dem Brauchtum! Und das führt weit zurück.

So soll das Ei, als Sinnbild der Fruchtbarkeit und eines daraus entstehenden neuen Lebens, schon weit in vorchristlicher Zeit (unter anderen bei den Kelten, Germanen, Ägyptern, Griechen, Römern) eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.

Die Christen adaptierten diese Vorstellung, und brachten das Ei sozusagen in Einklang mit der von den Evangelisten Matthäus, Johannes, Markus und Lukas im Neuen Testament niedergeschriebenen Geschichte der Auferstehung Jesu Christi, die ja im weitesten Sinne ebenfalls als ein Neubeginn („… der Tod bedeutet nicht zwingend das Ende aller Dinge, sondern sollte als Start in ein neues Leben verstanden werden …“) interpretiert wird.

Das Osterei

Um nun aber als schlichtes Ei zum Osterei zu werden, hat es dann doch noch bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts gedauert.

Warum die Eier dann im Laufe der Zeit immer farbiger wurden, lässt sich nicht eindeutig belegen.

Hübsch ist aber der weit verbreitete Gedanke, dass die Eier, die trotz der Fastenzeit/Karwoche weiterhin von fleißigen Hühnern gelegt, aber nicht gegessen werden durften, wegen der besseren Haltbarkeit vorsorglich gekocht und zur Unterscheidung von frischen Eiern "rot" gekennzeichnet wurden – woraus sich in der Folgezeit das Eieranmalen in bunten Farben entwickelte.

Der Osterhase

In etwa zeitgleich (17. Jh./18. Jh.) mit dem Osterei, komplettierte der Hase die österliche Symbolik der Fruchtbarkeit und spirituellen Erneuerung.

Da Ostern bereits im Jahre 325 von Kaiser Konstantin I. (*etwa um 280/°337) auf dem Konzil von Nicäa auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, also („beweglich“) auf die Zeit zwischen dem 22. März und 25. April, festgelegt wurde, traf es sich gut, dass es die – sich just zu dieser Jahreszeit auffällig verhaltenden – Hasen gab.

Die gelten nämlich ebenfalls als Symbol für Fruchtbarkeit, bekommen im „gefühlt“ nicht mehr fernen Frühling ihren Nachwuchs, sind aus winterlichem Futtermangel häufig in der Nähe menschlicher Behausungen anzutreffen und verharren gern in Erdmulden, die der phantasiebegabte Beobachter durchaus als geeigneten Ort und günstige Gelegenheit zum „hasentypischen Eierlegen“ betrachten kann.

Wer, außer dem Hasen, könnte wohl sonst – beim sich oft fluchtartig vom Acker machen müssen – „bunt“ bemalte Eier hinterlassen? Hühnereier sind gemeinhin weiß oder braun!

Schokoeier & Schokohasen

Wie auch immer.

Der gemeine Feldhase wurde, für alle Zeit unumkehrbar, zum Osterhasen erklärt, der nun jedes Jahr zu Ostern die Ostereier versteckt.

Ab dem 19. Jahrhundert, Schokolade konnte jetzt industriell figürlich geformt werden, geriet der Osterhase in die illustre Gesellschaft von Schokohasen und ebensolchen Eiern.

Alle gemeinsam, teilen sich seither das weite Feld der Osterbräuche – sehr zum Vergnügen besonders der Kinder.

Aber aufgepasst!

Beim Ostereierstöbern immer dran denken: Warum so schnell finden, wenn das Suchen so viel Spaß macht …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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