Wer sind Sankt Nikolaus, Knecht Ruprecht, das Christkind und der Weihnachtsmann?

Zuerst einmal: Alle Genannten sind dafür verantwortlich, dass die Kinder (und ggf. natürlich auch die Erwachsenen) am Vorabend des 6. und am Abend des 24. Dezember beschenkt werden – bis auf Knecht Ruprecht.

Bist Du auch immer schön artig gewesen?

Knecht Ruprecht, das ist der, der im braunen Mantel daherkommt, bedrohlich eine Rute schwingt und sich erst einmal vergewissert, ob das Verhalten des zu Beschenkenden im zurückliegenden Jahr auch moralisch wirklich einwandfrei war. Als Knecht und Begleiter Sankt Nicolaus’ ist er also gewissermaßen für die unangenehmen Aufgaben zuständig. Manchmal allerdings trägt auch diese, vermutlich – und je nach regionalem Brauchtum – aus Süddeutschland, Thüringen, Österreich, Südtirol und/oder vom Mittelrhein stammende Figur einen Sack oder Korb mit allerlei Köstlichkeiten. Sozusagen als Ausgleich zur Rute.

Überlieferung

Sankt Nikolaus dagegen ist und war ohnehin immer schon der Gute.

Zurückzuführen sein soll diese Figur auf den im *3/°4. Jahrhundert in Myra/Türkei lebenden Bischof Nikolaus, der sich durch Warmherzigkeit, Milde und Spendierfreudigkeit ausgezeichnet, und sich daraus eben der Brauch des Kinderbeschenkens am Namenstag des Heiligen Nikolaus entwickelt haben soll.

Martin Luther und das Christkind

Dann kam – zu Beginn des 16. Jahrhunderts – Martin Luthers Reformation und damit die Ablehnung jeglicher katholischer Heiligenverehrung.

An die Stelle des Sankt Nikolaus setzte Luther eine zunächst mehr oder weniger nicht präzise zu bestimmende Figur im Engelsgewand, die sich im Laufe der Zeit letztlich aber zum – inzwischen auch in katholischen Gegenden akzeptierten, allerdings weiterhin geschlechtslosen – Christkind mauserte.

Santa Claus und Coca Cola

Sankt Nikolaus machte als „Santa Claus“ in den USA Karriere, exportierte die Gestalt mit Rauschbart, rotem Mantel mit weißem Pelzbesatz, Rentier und Schlitten als Werbefigur für Coca Cola weltweit, und ist in dieser Funktion heute zunehmend auch bei uns als Weihnachtsmann vor und in Kaufhäusern, Supermärkten und Einkaufspassagen zu finden.

Arbeitsweisen

Woher auch immer die hier kurz beschriebenen Protagonisten kommen, wie und wodurch ihr Dasein überliefert wurde – was glücklicherweise bleibt, ist, dass sie alle nach wie vor (mit Ausnahme vielleicht des Knechts Ruprecht) Kinderherzen höher schlagen und Kinderaugen glänzen lassen.

Sankt Nicolaus, ob nun mit oder ohne seinen Gehilfen, macht sich nach wie vor jedes Jahr am Vorabend des 6. Dezember auf, um die vor die Tür gestellten Stiefel oder die aufgehängten Socken mit allerlei Süßigkeiten für den nächsten Morgen zu füllen, und das Christkind und der Weihnachtsmann sorgen ebenfalls alle Jahre wieder für eine (hoffentlich zufrieden stellende) Bescherung am Heiligen Abend.

Während das Christkind seine Aufgaben leise und heimlich erledigt, nach getaner Arbeit ein Glöckchen erklingen lässt, um dann allerdings unbemerkt zu verschwinden (niemand hat das Christkind je gesehen), kommt der Weihnachtsmann – zwar ebenfalls gut gemeint, aber laut – schon mal mit einem kräftigen „Ho, Ho, Ho …“ daher.

Egal! Der Zweck heiligt wohl auch hier die Mittel …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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