Was ist Weihnachten?

Was Weihnachten ist? Na, das weiß doch wirklich jeder – Weihnachtszeit, W-Markt, W-Gans, W-Baum, W-Kerzen, W-Stern, W-Mann, W-Geschenke, W-Lieder, einiges andere mehr sowie Stress, Konsum und in der Regel ein Akt der freiwillig/unfreiwilligen Familienzusammenführung. Oder doch nicht (nur)?

 

Nein, natürlich nicht!

Weihnachten – das Wort soll zurückzuführen sein, so ist nachzulesen, auf den etwa zur Zeit des Hochmittelalters (11. bis 13. Jahrhundert) geprägten mittelhochdeutschen Ausdruck: „Ze den wihen nahten“ („in den geweihten, heiligen Nächten“) – gehört zu den wichtigsten christlichen Festen.

Gefeiert wird die Geburt Jesu Christi, des zu dieser Zeit bereits seit viertausend Jahren erwarteten Erlösers.

Datumsfindung, die Erste

Warum dieser Geburtstermin nun aber mit dem 25. Dezember festgelegt wurde, obwohl in der Bibel (z.B. in der Weihnachtsgeschichte – NT; Lukasevangelium, 2. Kapitel) kein Hinweis auf dieses Datum zu finden ist (und Christus nach neueren Bibelstudien möglicherweise bereits zwei, drei Jahre zuvor zur Welt gekommen sein soll/könnte) mag daran liegen,

  • dass dieser Sonnenwendtag bereits zuvor schon von einer Vielzahl unterschiedlichster Kulturen – beispielsweise in Vorderasien, Phönizien, Persien und Ägypten, bei den „alten“ Römern und auch von den Germanen – „gefeiert" und/oder „begangen“ wurde
  • und ein schlauer Papst, Hyppolit (*um 170/°235), schon zu Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr. versucht haben soll, all diese Kulte zu neutralisieren, indem er schlicht die Feierlichkeiten zu Jesu Geburt auf den 25. Dezember bestimmte.

Datumsfindung, die Zweite

Dennoch brauchte es noch einige Zeit –

  • in der ein weiterer Papst (Liberius),
  • ein Kaiser (Theodosius I.; *347/°395) sowie
  • das 381 einberufene Erste Konzil von Konstantinopel eine wesentliche Rolle spielten –

bis schließlich und endlich das Datum 813 n. Chr., anlässlich der so genannten „Mainzer Synode“, offiziell zum Fest der Geburt Christi („festum nativitas Christi“) erklärt wurde.

Spätestens seit jener Zeit heißt es – unter anderem und in der Regel gemeinsam im Kreis der Familie – oft und gern: „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wie Menschen sind …“

PS

In den Supermärkten, so ist zu bemerken, beginnt Weihnachten allerdings nicht erst am 24/25. Dezember. Seit Langem schon wecken Lebkuchen, Spekulatius und Dominosteine bereits ab etwa Mitte September d. J. vorweihnachtliche Gefühle.

Und das zu einer Zeit, in der man sich gerade erst der Badehose entledigt hat! Ach, du meine Güte …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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