Welche Sprache sprach Jesus Christus?

Aramäisch. Mit galiläischem Einschlag. Aramäisch war zur Zeit Jesus Christus' die führende Verkehrssprache im Mittleren Osten. Sogar im Persischen Reich war Aramäisch relativ bekannt. Heute ist die Sprache fast ausgestorben. Sie wurde in der Zeit der Verbreitung des Islam vor allem von arabischen Dialekten verdrängt. Etwa 500.000 Menschen sprechen auch heute noch neu-aramäisch, vor allem kleinere Christen-Gemeinden in der Türkei, in Syrien, im Irak und im Iran.

Die Tatsache, dass Jesus eine damals so weit verbreitete Sprache sprach, mag mitentscheidend dafür gewesen sein, dass seine Lehre sich so rasch verbreitete. Mit einem der zahlreichen Bergdialekte, die in bestimmten Gegenden gesprochen wurden, wäre das kaum möglich gewesen.

Evangelien in Griechisch

Ein Problem am Aramäischen war indes, dass es als "Verbreitungssprache" der Lehren Jesus Christus' über Kleinasien hinaus kaum taugte. Deshalb wurden die späteren Evangelien auch frühzeitig (zusätzlich) in Griechisch abgefasst bzw. ins Griechische übersetzt. Die griechische Sprache selbst hingegen, absolute Nummer 1 im Mittelmeerraum, hatte den Mittleren Osten nie wirklich erobert. Auch Jesus konnte wahrscheinlich kein Griechisch.

Noch weniger verbreitet war in dieser Ecke das römische Latein, dafür waren die Römer noch nicht lange genug zugegen.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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