Was ist unter dem Begriff Münster zu verstehen?

Vergisst man einmal, das Münster auch ein Ortsname sein kann, war mit dem Begriff „Münster“ ursprünglich eine Klosteranlage (lat.: „monasterium“/„Einsiedelei“) gemeint. Wie zum Beispiel die Abtei Münsterschwarzach, ein Benediktinerkloster im gleichnamigen Ortsteil von Schwarzach a/M. in Unterfranken.

Entwicklung

Später wurde die Bezeichnung „Münster“ auch für eine zu einem Kloster oder Stift gehörende Kirche angewandt – z.B. das im 11. Jahrhundert als Stiftskirche erbaute „Bonner Münster“.

Sowohl als auch

Ein „Münster“ kann aber gleichwohl auch eine Kathedrale/Dom sein, sofern es – wie in Straßburg (Erzbistum Archevêché de Strasbourg) und in Freiburg (Erzbistum Freiburg) – zentraler Bischofssitz einer Diözese ist.

Mundsprachlich

Allerdings hat sich der Begriff „Münster“ heute, Kathedrale oder Dom hin und her, im allgemeinen Sprachgebrauch vorwiegend in südlichen Regionen Deutschlands (und, sofern dort vorhanden, im deutschsprachigen Ausland) durchgesetzt.

Aber, auch hier wieder keine Regel ohne Ausnahme!

Das „Ulmer Münster“ zum Beispiel, bekannt durch den höchsten Kirchturm der Welt (161,53 m), ist, ebenso wie beispielsweise das ehemalige Zisterzienserkloster „Doberaner Münster“, kein Bischofssitz, sondern evangelische Pfarrkirche.

Auf der Insel

Und in England wurde aus dem lateinischen „monasterium“ ("Kloster") irgendwann „minster“ (statt: "monastery"!), was der ursprünglichen Bedeutung eines Münsters entspricht, z.B. „Westminster Abbey“.

Aber die Westminster Cathedral in London wiederum, ist eine römisch-katholische Domkirche.

Alles irgendwie verwirrend. Aber egal! So ist's eben …

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige