Wie unterscheiden sich Kathedralen und Dome?

Vordergründig im Baustil, in ihrer Größe oder in ihrer Ausstattung.

 

Grundsätzliches

Tatsächlich aber ist eine Kathedrale (lat.: „ecclesia cathedralis“), die auch ein Dom (lat.: „Domus Dei“/„Haus Gottes“) sein kann – oder umgekehrt – eine bischöfliche bzw. erzbischöfliche Kirche, deren obersten geistlichen Würdenträgern die kirchliche Verwaltung eines Bistums/einer Diözese obliegt.

Dom statt Kathedrale

Aber, ob diese Bauten nun Kathedrale oder Dom heißen, ist weitestgehend abhängig davon, wo sie stehen. Ihre Benennung unterliegt in der Regel regionalem Sprachgebrauch. So werden die Gotteshäuser im deutschsprachigen Raum überwiegend Dom genannt - zum Beispiel:

  • „Aachener (Kaiser-)Dom“,
  • „Kölner Dom“,
  • „Speyerer Dom“,
  • „Bamberger Dom“ oder der
  • „Brixner Dom“ in Südtirol/Italien.

Kathedrale statt Dom

Im Ausland dagegen – unter anderem in Spanien, Frankreich, Großbritannien und den USA greift mehrheitlich der Begriff Kathedrale – zum Beispiel:

  • die „Kathedrale der Heiligen Maria“ (auf katalanisch kurz „La Seu“/„Bischofssitz“) in Palma de Mallorca,
  • die „St. Patrick´s Cathedral“ in New York.

Allerdings - keine Regel ohne Ausnahme!

Die Bischofskirchen in Görlitz und Berlin beispielsweise nennen sich, obwohl in Deutschland, nicht Dom, sondern

  • „Kathedrale St. Jakobus“ (Görlitz) bzw.
  • „St.-Hedwigs-Kathedrale“ (Berlin).

Und der

  • „Petersdom in Rom“,der
  • „Frankfurter Kaiserdom“ sowie – unter anderen – der
  • „Französische“- und „Deutsche Dom“ in Berlin, der
  • „Hallesche Dom“ in Halle oder der
  • „Quedlinburger Dom St. Servatius“

waren nie, oder sind nicht mehr, Bischofssitz.

Apropos

Der Platz, auf dem die Bischöfe/Erzbischöfe in ihren Kirchen sitzen, ist der so genannte Bischofsstuhl (griech.: "kathedra"/"Stuhl, Lehrstuhl, Armsessel).

Autor: Manfred Zorn

 

 

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