Was steckt eigentlich hinter den Begriffen Kathedrale, Dom, Münster und Basilika?

Eine Frage, deren Antwort, sofern man sie nicht aus dem Stehgreif weiß, in einer Vielzahl von Publikationen unterschiedlichster Art nachzulesen ist.

Was aber auch nicht hilft, wenn man – zum Beispiel – vor dem

  • "Freiburger Münster" („Münster Unserer Lieben Frau“),
  • dem "Straßburger Münster" (franz.: „Cathédrale Notre-Dame de Straßbourg“),
  • dem "Kölner Dom"
  • oder der „Kathedrale der Heiligen Maria“ in Palma de Mallorca steht -

und erschrocken feststellt, das diesbezüglich alles erklärende Smartphon im Hotel vergessen zu haben.

Erklärungsversuch

Ok – zurück im Hotel, den kleinen mobilen Computer geschnappt, die Begriffe gegoogelt – und schon kann der wissbegierige Mensch unter zigtausenden Einträgen zum Thema wählen. Nun denn!

Zusammengefasst ist dort, wie auch in herkömmlich gedruckten Werken, nachzulesen, dass die Bezeichnungen

  • Kathedrale (lat.: „ecclesia cathedralis“) und/oder
  • Dom (lat.: „Domus Dei“/„Haus Gottes“)

nicht nur gleichzusetzen sind, sondern, wie auch das

  • Münster (urspr.: Klosteranlage, lat.: „monasterium“/„Einsiedelei“),

nichts mit archetektonischen Begrifflichkeiten zu tun haben.

Hinter diesen drei Begriffen, die sich übrigens im Wesentlichen traditionell sowie regional aus dem jeweils dort vorherrschenden Sprachgebrauch für diese meist prächtigen Bauwerke entwickelt haben, stecken schlicht und einfach kirchliche Belange.

So sind Kathedralen in der Regel immer, Dome meistens und Münster manchmal (z.B. das "Freiburger Münster")

  • Bischofssitz, dessen Amtsträgern (Erzbischöfe/Bischöfe) die kirchliche Verwaltung eines Bistums/einer Diözese obliegt.

Der Platz, auf dem diese Würdenträger in ihren Kirchen sitzen, wird

  • Bischofsstuhl (griech.: "kathedra"/"Stuhl, Lehrstuhl, Armsessel")

genannt.

Bleibt zum guten Schluss noch zu klären, was eine Basilika ist.

Obwohl Kathedralen, Dome und Münster in der Regel einem romanischen oder gotischen Baustil entsprechen, aber letztlich, wie gesagt, sich nicht über die Architektur definieren, haben Basiliken – die Bezeichnung stammt aus dem Griechischen und bedeutet Königshalle – im Gegensatz dazu durchaus einen architekturhistorischen Hintergrund.

Ausgestattet mit einem erhöhten Mittelschiff sowie zwei oder auch vier Seitenschiffen, hatten diese Bauten im alten Griechenland ursprünglich die Funktion eines Amtsgebäudes, dienten dann den „Alten Römern“ als Gerichts- oder Markthalle und wurden später – unter Beibehaltung des Baustiels und des Namens „Basilika“ – zu Versammlungshallen christlicher Glaubensgemeinschaften.

Autor:  Manfred Zorn
Quelle: Wahring - Deutsches Wörterbuch

 

 

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