Ist die orthodoxe Kirche eigentlich christlichen Ursprungs?

Ja, die orthodoxe Kirche gehört zum Christentum.

Das Christentum entstand etwa vor gut 2000 Jahren, geht bekanntermaßen auf die Lehre Jesu Christi zurück, wurde 381 n. Chr. vom oströmischen/byzantinischen Kaiser Theodosius I. (*347/°395) auf dem 1. Konzil von Konstantinopel de facto zur Staatsreligion erklärt und entwickelte sich allmählich im Westen des Römischen Reiches zur römisch-katholischen Kirche.

Die oströmisch-byzantische Kirche dagegen zog nicht so recht mit.

Es kam zu Meinungsverschiedenheiten beider Richtungen und im Jahre 1054 schließlich zum Bruch („Morgenländisches Schisma“; Schisma = griechisch: „Trennung“/„Scheidung“).

Die orthodoxe Kirche konnte sich – unter anderem – nicht mit der römisch-katholischen Hierarchie (Papst, Kardinäle, Bischöfe etc.) anfreunden, war gegen den Alleinvertretungsanspruch des Papstes und lehnte die Auffassung ab, dass der „Heilige Geist“ von Gott und dessen Sohn, also Jesus Christus, ausgehe, sondern ausschließlich von Gott allein.

Und: Während sich der Papst als direkter Nachfolger des Apostels Paulus sah/sieht, berief/beruft sich der Patriarch von Konstantinopel (zuvor: Byzanz/heute: Istanbul) dagegen auf den Apostel Andreas, der noch heute von orthodoxen Christen als erster Bischof von Konstantinopel verehrt wird.

Noch heute ist der Patriarch von Konstantinopel Oberhaupt und Vorsitzender aller orthodoxen Christen weltweit – wie zum Beispiel der russisch-, griechisch-, albanisch-apostolisch- oder der altorientalisch-orthodoxen Kirchen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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