Wer war Papst Alexander III.?

Papst Alexander III. (*um 1105/°1181), der mit bürgerlichem Namen Orlando de Bandinelli hieß, aus Siena (Toskana/Italien) stammte und als päpstlicher Legat Hadrians IV. 1157 auf dem Reichstag von Besancon (Frankreich) nur knapp dem Schwert Ottos von Wittelsbach entging, wurde im September 1159 zum Nachfolger Hadrians (*zwischen 1100 und 1120/°1159) gewählt.

Pontifikat und Gegenpäpste

Während seines Pontifikats, das er überwiegend im Exil verbrachte, hatte er sich gegen vier kaisertreue Gegenpäpste:

  • Victor IV., Papst von 1159-1164,
  • Paschalis III., Papst von 1164-1168,
  • Calixt III., Papst von 1168-1178 und
  • Innozenz III., Papst von 1179-1180)

durchzusetzen. Orlando de Bandinelli alias Papst Alexander III. überdauerte sie alle.

Exkommunikationen

Allerdings schloss diese unangenehme Situation gegenseitige Exkommunikationen und wechselseitigen Opportunismus nicht aus.

  • Victor exkommunizierte Alexander,
  • Alexander exkommunizierte Viktor – und Barbarossa gleich mit.

Zwar war es eine Zeit komplizierten Mit- und Gegeneinanders, aber wiederum auch nicht ungewöhnlich, standen sich doch die Institutionen Kirche und weltliche Macht seit jeher in unüberbrückbarer Disharmonie gegenüber.

Papst und Kaiser Barbarossa

Zwischen Papst Alexander III. und Kaiser Friedrich I. Barbarossa (*um 1122/°1190) nahm die Uneinigkeit darüber, wer denn nun eigentlich der wahre Herrscher über seine „Schäfchen“ sei, schließlich 1177 im Frieden von Venedig sein vorerst versöhnliches Ende.

Barbarossa erkannte Alexander als rechtmäßigen Papst an.

Papst, England und Bedeutung

Bevor nun Alexander 1179 das Dritte Laterankonzil einberief, um die – bis heute gültige – päpstliche Wahlordnung zu revolutionieren (Papst wird, wer die Zweidrittelmehrheit der Kardinäle erhält), legte er sich zuvor noch mit dem englischen König Heinrich/Henry II. (*1133/°1189) an.

Der hatte die Kirche nämlich dem Staat untergeordnet – und im Zuge der Auseinandersetzung über diesen Schritt – Thomas Beckett ermorden lassen. Das ging gar nicht.

Der Engländer musste seine sogenannte „Constitutions of Claredon“ zurücknehmen, seine Handlung bereuen und 1174 in der Kathedrale von Canterbury (Grafschaft Kent/England) eine schmerzhafte Auspeitschung auf sich nehmen.

Sieben Jahre nach Henrys Buße und zwei Jahre nach dem Dritten Laterankonzil, verstarb Papst Alexander III. mit sechsundsiebzig Jahren im August 1181 – und gilt der Nachwelt als einer der bedeutendsten Päpste des Mittelalters.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige