Warum überlebte der Nachfolger vom Borgia-Papst Alexander VI. nur 27 Tage?

Man könnte Böses vermuten, aber so ist es nicht. Pius III. starb kurz nach Antritt seines Pontifikats an Gicht. Daran hatte er schon zuvor gelitten und Historiker vermuten, dass er genau deshalb gewählt wurde. Ein Übergangspapst also. Denn auch nach dem Tod des Borgia-Papstes Alexander VI., der relativ weltlich gewütet hatte, ging der Streit um die Papstkrone natürlich weiter. Und um politische Intrigen zu gewinnen, braucht man Zeit.

Dass Pius III. (geb. 1439) dann aber so schnell verschied, kam doch etwas überraschend. Am 22. September 1503 wurde er zum Papst gewählt, am 18. Oktober 1503 starb er, im Alter von 64 Jahren. In den wenigen Tagen seines Amtes gab der gebürtige Francesco Todeschini Piccolomini aus Siena Anlass zur Hoffnung, dass nun wieder kirchliche Dinge statt skrupellose Machtspiele im Mittelpunkt der Katholischen Kirche stehen würden. Aber dafür war die Zeit dann doch etwas zu kurz.

Nach ihm kam der Petersdom-Papst und Erfinder der Schweizer Garde

Sein Nachfolger, Papst Julius II., interpretierte sein Amt dann wieder eher wie ein Territorialfürst. Und wurde damit recht berühmt. Er war derjenige, der die Schweizergarde als Leibwache (und militärische Truppe) begründete. Und Julius II. war es auch, der den Grundstein für den Petersdom legte und Michelangelo mit der Deckenmalerei der Sixtinischen Kapelle beauftragte.

Aber zurück zu Pius III.: Der galt den Zeitgenossen trotz seiner italienischen Herkunft fast als eine Art deutscher Papst. Weil er viele Kontakte nach Deutschland und zu den Habsburgern pflegte und weil er 1471 als päpstlicher Legat am Reichstag in Regensburg teilnahm.

Autor: Dr. Jörg Zorn

Apropos Pius: Was hat Papst Pius IX. so berühmt gemacht?

 

 

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