Was sind eigentlich die päpstlichen Insignien – und wozu dienen sie?

Als Kennzeichen ihrer leitenden Position als Oberhaupt der katholischen Kirche, erhalten die zuvor von den Kardinälen im Konklave der Sixtinischen Kapelle gewählten Seelenhirten in einer Einführungszeremonie die – von den bischöflichen Kennzeichen leicht abweichenden – päpstlichen Insignien.

Bedeutung und Insignien

Die feierliche Übergabe der Insignien wenige Tage nach der Wahl markiert den offiziellen Beginn des Pontifikats.

Die einzelnen Objekte, wie die

  • „Mitra“ – eine hohe, spitz zulaufende Mütze,
  • das „Pallium“ – ein ringförmiges, breites Band aus Wolle mit eingestickten Kreuzen (ähnlich einer Stola),
  • die „Ferula“ – der sogenannte Hirtenstab,
  • der "Fischerring" (lat. „anulus piscatoris“) mit dem Namen des Papstes sowie der Darstellung des Apostel Petrus (erster Bischof von Rom/Papst) im Kahn mit Fischernetz, das ihn, symbolisch, als Menschenfischer ausweist,
  • der päpstliche Thron („Cathedra Petri“) und
  • eine Reihe liturgischer Gewänder,

dokumentieren nach außen die geistliche Autorität und Würde des Pontifex Maximus.

Apropos

Die über Jahrhunderte partiell – im Besonderen zu feierlichen Anlässen – von den Päpsten getragene „Tiara“ (griech.: „tiára“, „dreifache Papstkrone“), die im Mittelalter auch den weltlichen Machtanspruch der Päpste repräsentieren sollte (lat.: „triregnum“, „drei Königreiche“), wurde von Papst Paul VI. (*1897/°1978)

  • in den Sechzigern des 20. Jahrhunderts wohltätigen Zwecken gestiftet,
  • von den Nachfolgern (dem 33 Tage Papst Johannes Paul I. - *1912/°1978; und Papst Johannes Paul II. - *1920/°2005) lediglich noch im Wappen getragen und schließlich
  • von Papst Benedikt XVI. (*1927) sowohl aus seinem Wappen verbannt, als auch als Kopfbedeckung abgeschafft.

Die „Tiara“ wurde durch die o. gen. „Mitra“ ersetzt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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