Was ist unter „Schisma“ zu verstehen?

Der Begriff Schisma (griechisch: „Trennung“, „Scheidung“) steht für zwei kirchengeschichtliche Begebenheiten:

Zum einen für den endgültig im Jahr 1054 stattgefundenen Bruch zwischen Ost- und Westkirche, als Folge theologischer Meinungsverschiedenheiten (auch "Morgenländisches Schisma" genannt).

Zum anderen für die Spaltung der Katholischen Kirche im Jahr 1378 mit der umstrittenen Wahl des – statt aus Rom – aus Neapel stammenden Papstes, Urban VI. (*1318/°1389) durch die Mehrheit französischer Kardinäle.

Mit dieser Nominierung begann die mit dem Begriff "Abendländisches Schisma" belegte Zeit bis 1417/18, in der 
Urban VI. nun in Rivalität zum vorzugsweise von Avignon aus agierenden Gegenpapst Clemens VII. (*1342/°1394) stand.

Beendet wurde das "Abendländische Schisma" – eine Zeit, während der zeitweise gleich drei weitere Päpste:

  • Benedikt XIII. (*1342/°1423), Gegenpapst von 1394 bis 1423
  • Gregor XII. (*1335/°1417), Papst von 1406 bis 1415 und
  • Johannes XXIII. (*1370/°1419), Gegenpapst von 1410 bis 1415

um das höchste Amt der katholischen Kirche konkurrierten – auf dem "Konzil von Konstanz" im Jahre 1417 mit dem Pontifikat Papst Martins V. (*1368/°1431).

Autor: Manfred Zorn

 

 

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