Was sind „Kasten“?

Im Hinduismus ist das Universum in jeder Betrachtung ein geordnetes Ganzes. Die darin lebenden Geschöpfe sind von Geburt an nach ihren Begabungen und Aufgaben streng zu unterscheiden.

In der Tradition des Hinduismus sind demnach auch innerhalb der Menschheit Unterschiede vorhanden, die – entsprechend der jeweiligen Bestimmung des Einzelnen – so genannten Kasten zugeordnet werden und streng voneinander abgegrenzt sind.

Obwohl das Kastensystem heute aus der indischen Verfassung gestrichen ist, spielt es im täglichen Miteinander der Gesellschaft immer noch eine gewichtige Rolle.

Nach wie vor wird ein Mensch in eine bestimmte Kaste hineingeboren, der er sich nur unter besonders günstigen Gegebenheiten entziehen kann.

Das traditionelle Kastenwesen gliedert sich in:

  • die höchste Kaste der Brahmanen als intellektuelle Sachwalter der Menschen,
  • die zweite Kaste der Krieger, Fürsten und hohen Beamten,
  • die dritte Kaste, die sich um Viehzucht, Ackerbau und Handel kümmert,
  • die vierte Kaste der Handwerker, wie zum Beispiel Wäscher, Töpfer, Weber, Gerber, Fischer und niedere Arbeiter sowie in
  • die fünfte Kaste der Ärmsten der Armen, der Ausgestoßenen und Unberührbaren, die streng genommen allerdings keine traditionell eigenständige Kaste bilden, da sie von der Gesellschaft verachtet werden.

Autor: Manfred Zorn

 

 

 

 

 

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