Wer war John Locke – und was hat er mit staatlicher Gewaltenteilung zu tun?

John Locke (*1632/°1704), Engländer, Arzt und Philosoph, war – wie zum Beispiel auch Jean-Jacques Rousseau, Immanuel Kant, Thomas Hobbes, Gotthold Ephraim Lessing und andere mehr – einer der herausgehobenen Exponenten der im 17. Jahrhundert einsetzenden Epoche der Aufklärung.

Eines Zeitabschnitts also, in dem blitzgescheite, kompetente und einfallsreiche Geistesgrößen versuchten, der bis dahin vorherrschenden kirchlichen Bevormundung und weltlichen Willkürherrschaft mit der Heranbildung selbstbestimmter und somit mündiger Bürger ‚den Garaus zu machen‘.

Rationalismus vs. Empirismus

Während nun die Rationalisten die Vernunft sowie logisches Denken in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellten, war John Lockes Herangehensweise dagegen die Überzeugung, dass der Mensch nicht per Geburt sofort genau wisse wie es im Leben so läuft, sondern sich seine individuellen Vorstellungen und Einsichten (Erkenntnistheorie) erst im Laufe vieler, vieler Jahre durch Erfahrung (lat.: ‚empiricus‘) entwickeln.

John Locke komprimiert

Schlicht gesagt und in ‚Wahrigs Deutschem Wörterbuch‘ kurz und bündig erklärt,

  • '... bedeutet die Lehre des Empirismus, dass alle Erkenntnis nur auf Erfahrung beruht...'.

Neben Lockes Erkenntnistheorie gewann darüber hinaus aber auch seine politische Staatstheorie –

  • ‚Zwei Abhandlungen über die Regierung‘ (‚Two Treatises of Government‘); veröffentlicht 1690

eine bis heute nicht zu unterschätzende Bedeutung, setzte er sich darin doch engagiert, hier vereinfacht und verkürzt gesagt, für die Menschenrechte ein. Beispielsweise für die Unverletzlichkeit von Freiheit, Gleichheit, Besitz, Gesundheit sowie für die Gewaltenteilung einer demokratisch legitimierten Legislative und Exekutive. Was gleichsam einem ‚Adieu Absolutismus' entsprach.

Was von John Locke blieb

Heute gilt John Lockes liberale Staatsphilosophie sozusagen als Empfehlung für ein von allen Menschen legitimiertes Staatswesen.

So bildeten – neben anderen – seine Gedanken und seine Sicht der Dinge nicht nur den Nährboden für die Französische Revolution 1789, sondern fanden mehr oder weniger Eingang in so gut wie fast allen Verfassungen demokratisch regierter Länder – zum Beispiel die der USA und der Bundesrepublik Deutschland.

Apropos

Lockes zwei Gewalten, die Legislative (Gesetzgebung) und die Exekutive (Polizei) wurden 1748 von Charles de Montesquieu (*1689/°1755) in dessen Hauptwerk ‚Vom Geist der Gesetze‘ (‚De l'esprit des lois‘), um die dritte Gewalt, die Judikative (Rechtsprechung) ergänzt.

Autor: Manfred Zorn
Quellen: „Wahrig – Deutsches Wörterbuch“ (Bertelsmann Lexikon Verlag), „Staatsbürger-Taschenbuch“ (C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung München 1997), „Philosophie – kompakt & visuell“ (Stephen Law/Dorling Kindersley), „Duden – Das große Buch der Allgemeinbildung“ (Duden Verlag)

 

 

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