Säkularisierung, Säkularisation – was bedeutet das?

Unter dem Begriff „Säkularisierung“ wird im Wesentlichen (von philosophischen und weltanschaulichen Betrachtungen einmal abgesehen) die sich in der Epoche der Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts „anbahnende Verweltlichung religiöser Vorstellungen und Begriffe“, oder auch die daraus resultierende institutionelle Trennung von Kirche und Staat verstanden.

In Deutschland wurde diese Trennung in der "Weimarer Reichsverfassung" von 1919 bindend festgeschrieben.

Das heißt:

Zwar wurde Glaubensfreiheit gewährleistet und der Staat zog/zieht – gegen eine Aufwandsentschädigung – die Kirchensteuer ein, aber eine sogenannte Staatskirche (eine vom Staat vorgeschriebene offizielle Religion) war/ist dabei ausgeschlossen.

Dieser Entwicklung des kirchlichen Machtverlustes vorausgegangen, war die bereits zur Zeit

  • der Reformation (etwa zwischen 1517 und 1648),
  • nach dem dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648),
  • während der Französischen Revolution (1789 bis 1799) und
  • nach dem Reichsdeputationshauptschluss (dem sogenannten „Immerwährenden Reichstag“ der Vertreter der Reichsstände des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“) von 1803

stattgefundene Enteignung geistlicher Besitztümer („Säkularisation“) zu Gunsten des Staates.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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