Was bedeutet den Amerikanern der Begriff „Establishment-Klausel“?

Die im 1. Zusatzartikel („First Amendment“) der „Bill of Rights“ enthaltene „Establishment Clause“ (sinngemäß: „Gründungs“-/„Errichtungsklausel“), verfügt die konsequente Trennung von Kirche und Staat.

Was zuvor geschah

Im September 1787 wurde die Verfassung der Vereinigten Staaten von den Vertretern der dreizehn Gründerstaaten – unter dem Vorsitz George Washingtons (*1732/°1799; von 1789 bis 1797 erster amerikanischer Präsident) – unterzeichnet.

Ein Jahr später wurde die Verfassung um die ersten zehn Zusatzartikel/„Amendments“ („Bill of Rights“) ergänzt, beschlossen und dann 1791 endgültig verabschiedet.

Um was es im 1. Zusatzartikel („First Amendment“) geht

Mit dem ersten Zusatzartikel wird, neben den Grundrechten: „Versammlungs-, Presse-, Meinungs-, Religionsfreiheit und des Rechts auf Petitionen“, die Trennung von Kirche und Staat verbindlich vor- bzw. festgeschrieben.

Mit anderen Worten: Die Gründung einer Staatsreligion oder die Begünstigung einer bestimmten Religion seitens der Staatsmacht ist damit ausdrücklich untersagt („Establishment Clause“).

Laissez faire

Was die Klausel dagegen selbstverständlich zulässt, ist die Möglichkeit einer grundsätzlichen Zugehörigkeit der Bevölkerung zu und die Glaubensausübung in einer wie auch immer geprägten Glaubensgemeinschaft.

Was bedeutet das?

Nun, da die Religion in den USA ganz klar eine wesentlich bedeutendere (manchmal auch befremdlich wirkende) Rolle im alltäglichen Leben der Amerikaner spielt, als zum Beispiel in Europa, finden Religion und Kirchengründungen in den Vereinigten Staaten – überspitzt gesagt – sozusagen marktwirtschaftlich statt.

Religionsgemeinschaften konkurrieren miteinander, werben mit Konzerten, Lightshows, Bühnenzauber und ähnlichem mehr um ihre Mitglieder, und schrecken auch nicht vor selbsternannten – manchmal fragwürdigen, aber finanziell durchaus erfolgreichen – Predigern und Megagottesdiensten im TV zurück.

Nichts scheint dem amerikanischen Gläubigen unmöglich, ehrenrührig oder gar unerhört. Es ist eben so …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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