Hat die ZDF-Sendung „Wetten, dass …“ etwa eine literarische Vorlage?

Nein, natürlich nicht! Jedenfalls, nicht wirklich.

 

Und doch findet derjenige, der sich heute noch die Zeit nimmt, Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ zu lesen, einen interessanten Bezug zur inzwischen abgesetzten Sendung "Wetten, das ...".

Und immer wieder Goethes "Faust"

So wie die vier Moderatoren (Frank Elstner, Wolfgang Lippert, Thomas Gottschalk, Markus Lanz) seinerzeit in der „Wetten dass …“-Sendung die jeweiligen Wetten mit: „Topp, die Wette gilt“ starteten, führt bei Goethe (*1749/°1832) ein zwischen Doktor Faust und Mephistopheles geführtes Gespräch zu eben diesem Ausspruch.

Während Faust in diesem Dialog über sein – von Verdruss und moralischem Kater geprägtes – Leben mit den Worten

  • „… und so ist mir das Dasein eine Last, der Tod erwünscht, das Leben mir verhasst…“

räsoniert, bereitet Mephistopheles geschickt seinen Pakt mit ihm, Faust, vor. Sinngemäß so nach dem Motto:

  • „Vertrau Dich getrost mir an, dann geht´s Dir wieder besser – aber, irgendwann fordere ich dafür Deine Seele. Sei darauf gefasst!“

Faust, der noch leise Zweifel an Mephistos Versprechungen hat und ihm nicht glaubt, all seine Wünsche erfüllen zu können, geht aber letztlich doch mit den Worten

  • „… Die Wette biet´ ich!“

auf das Hasardspiel ein, das Mephisto mit einem knappen

  • „Topp!“

quittiert.

Selbstverständlich haben „Wetten das …?“ und Goethes Tragödie nichts miteinander zu tun. Zu kühn, das anzunehmen.

Aber – ein Augenzwinkern beim Herstellen dieses absurden (und nicht ernst zu nehmenden) Zusammenhangs, muss hier einfach mal erlaubt sein. Nichts für Ungut …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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