Was sind eigentlich „Lauben“, „Laubenpieper“ und "Schrebergärten"?

Der Begriff „Laube“ ist einerseits auf die im Mittelalter von gebildeten Schichten geschriebene und gesprochene lateinische („laubia“), andererseits auf die von den germanischen Franken (altfränkisch „laubja“) angewandte Sprache zurückzuführen. Beide Vokabeln standen/stehen für „Galerie“ oder „Bogengang“ – und eben für „Laube“.

Überdachte Freisitze

Heute werden unter dieser Bezeichnung ganz selbstverständlich die kleinen, überwiegend aus Holz bestehenden, sogenannten „überdachten Freisitze“ (das ist Amtsdeutsch) verstanden, die in der Regel in den – im Volksmund auch „Schrebergärten“ genannten – Kleingartenanlagen anzutreffen sind.

Zugegeben

Wir wissen nicht, ob es ähnliche Anlagen mit solchen kleinen Hütten auch im Ausland gibt und, wenn ja, wie deren Nutzung geregelt sein mag. Aber, hier in Deutschland unterliegt das Errichten derartiger „Bauten“ behördlicher Regelungen, und setzt dem potentiellen „Bauherrn“ mit der "Lauben-(VO)Verordnung des Bundeskleingartengesetzes" enge Grenzen.

Vorschriften

Darin ist, unter anderem, exakt festgelegt, dass die bebaute Grundfläche nicht mehr als 24 qm betragen und die Nutzung lediglich zur Unterbringung des gärtnerischen Handwerkszeugs gedacht sein darf.

Ein kurzer (vorübergehender!) Aufenthalt des Kleingärtners in der Laube, z. B. wenn es regnet, ist – oh Wunder – allerdings gestattet.

Nicht erwünscht ist dagegen eine die Behausung wohnlich machende Ausstattung, die den Laubeninhaber dazu verführen könnte, sein Häuschen als Wochenenddatscha, oder gar als ständige Bleibe nutzen zu wollen (mehr Details dazu siehe, wie gesagt, im „Bundeskleingartengesetz“).

"Laubenpieper"

Dass diesem gesetzlichen Anliegen nicht in jedem Fall entsprochen wird, lässt sich hin und wieder an doch sehr aufwendig gestalteten „Lauben“ feststellen.

Das mag möglicherweise daran liegen, dass die Kleingärtner auf ihren Parzellen ständig dem fröhlichen Zwitschern der sich dort tummelnden Vögel ausgesetzt sind, dem nacheifern, und den gesetzlichen Vorschriften „eins Piepen“ - als „Laubenpieper“ sozusagen.

Übrigens

Namensgeber (nicht der Erfinder/Gründer) der Schrebergärten war ein Arzt und Hochschullehrer aus Leipzig namens Moritz Schreber (*1808/°1861), zu dessen Ehren Kleingartenvereine seit 1864 auch mit dem Begriff  "Schrebergärten" belegt werden.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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