Woher kommt eigentlich der Ausdruck „lukullisch“?

Es ist der Name des um 117 bis 56 v. Chr. lebenden römischen Konsuls und Feldherrn Lucius Licinius Lukullus/Lukull, der der Nachwelt – sozusagen posthum – als Synonym für die Begriffe Feinschmecker, Genießer oder Gourmet gilt.

Genussfreudiger Feldherr

In den Chroniken wird Lukullus sowohl als durchaus tüchtiger Mann in der Verwaltung, als auch als erfolgreicher Heerführer geführt.

So soll er sich seine Meriten zum Beispiel durch die Teilnahme am so genannten dritten "Mithridatischen Krieg" – benannt nach König Mithridates von Pontos (*um 134/°63 v. Chr.) aus Kleinasien (Anatolien/Türkei) sowie in Auftrag gegeben vom römischen Statthalter Sulla (*etwa 138/°78 v. Chr.) – erworben haben.

Unsterblich machten ihn allerdings viel mehr seine Gastlichkeit und die von ihm angebotenen lukullisch-kulinarisch-legendären Festessen.

Gourmet statt Gourmand

Allerdings ist Lukullus bei aller Exklusivität seiner Küche und Tafel keineswegs mit einem schlichten Genussspecht zu verwechseln.

Vielmehr machte der gebildete, anscheinend sehr lebensfrohe, philosophisch interessierte und mit feiner Zunge begnadete Lukullus einfach keinen Hehl aus seiner Vorliebe für außergewöhnlich delikate Viktualien, exquisiten Dekor und großzügige Gastfreundschaft.

Direkt vom Erzeuger oder – wie heute – aus dem Supermarkt

Möglich auch, dass Lukullus genau wusste, woher Speis´ und Trank auf seinem Tisch kamen. Könnte es nicht sein, dass ihm sogar der Metzger, der Bäcker und der Weinlieferant persönlich bekannt waren? Wer weiß?

Jedenfalls gab es zu Lukullus' Zeiten – was für ein Segen – noch keine Schlachthäuser, keine Massentierhaltung und keine Supermärkte (die setzten sich erst ab dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts weltweit durch).

Übrigens

Lukullus war derjenige, der uns die „cerasus“ („Kirsche“, „Cherry“) nahe gebracht hat. Mitgeführt von einer seiner militärischen Exkursionen im Schwarzmeerraum, verbreitete sich dieser Obstbaum aus der Familie der Rosengewächse in der Folge in weiten Teilen Europas.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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