Wer sagt warum: „Da steh´ ich nun, ich armer Tor! …“?

Das lässt Goethe (*1749/°1832) – nach dem „Vorspiel auf dem Theater“ und dem „Prolog im Himmel“ – gleich zu Beginn des ersten Teils der gleichnamigen Tragödie seinen (Doktor) Faust sagen.

Er, Faust, sitzt da in einem großräumigen Zimmer an einem Pult, wirkt unruhig und irgendwie unzufrieden mit sich selbst, und schwadroniert laut (sonst wüssten die Zuschauer im Theater nicht, was ihn umtreibt) über seine unzureichenden Fähigkeiten „…die Menschen zu bessern und zu bekehren … .

Und das trotz all seiner Studien, seiner Titel und seines Wissens. Also fragt er sich:

  • „Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heißem Bemüh´n. Da steh´ ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug, als wie zuvor …“.

Im weiteren Verlauf seines resigniert wirkenden Monologs erfährt der geneigte Leser/Zuschauer, dass Faust sich zunehmend mit der Magie beschäftigt.

Als er während der Beschäftigung mit einem der Bücher auf seinem Tisch auf ein Zeichen des „Geistes Makrokosmos“ stößt und kurz darauf, in rötlicher Flamme, der Geist erscheint, ist das sozusagen der Beginn seiner verhängnisvollen Affäre mit Mephisto/Mephistopheles (Teufel).

Der taucht ein paar Seiten weiter tatsächlich – zuerst als Pudel auf dem Osterspaziergang – dann, unmittelbar darauf, in Fausts Studierzimmer auf.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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