Was ist unter dem Begriff „Wolkenkuckucksheim“ zu verstehen?

Sinngemäß sitzt jemand in einem „Wolkenkuckucksheim“, der in „freundlicher“ Naivität an etwas glaubt oder sich herbeiwünscht, was realistischerweise einfach nicht zu erreichen ist.

 

Der aus dem Griechischen übersetzte Ausdruck „Wolkenkuckucksheim“, stammt ursprünglich aus der erstmals 414 v. Chr. in Athen aufgeführten Komödie „Die Vögel“ des griechischen Dichters Aristophanes (*etwa um 450 v. Chr./°380 v. Chr.).

Darin wird von zwei Athener Bürgern (Pisthetairos und Euelpides) berichtet, die von der durch Demagogen beeinflussten attischen Demokratie die Nase voll haben und daher nach einem Ort fahnden, in dem es sich ihrer Meinung nach besser leben lässt.

Sie machen sich auf den Weg, treffen schließlich auf das Reich der Vögel, überreden deren König Wiedehopf zur Gründung einer Stadt, geben dieser den Namen „Wolkenkuckucksheim“ und lassen das gutgläubige Vogelvolk denken, es lebe nun in einem glücklichen und sorgenfreien Zwischenreich, das – frei nach Aristophanes – sozusagen zwischen Himmel und Erde angesiedelt sei.

Ein Reich also, das sowohl den Göttern die Möglichkeit eines Erdenbesuchs, als auch umgekehrt die Durchlässigkeit von Gebeten und Opfern an die Götter unmöglich macht.

Was natürlich so nicht funktioniert, sondern lediglich eine herbei geträumte, aber letztlich irrige Annahme ist.

Tatsächlich entspricht das so genannte Zwischenreich lediglich einem Phantasiegebilde.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige