Was ist unter dem Begriff „Babylonische Sprachverwirrung“ zu verstehen?

Von „Babylonischer Sprachverwirrung“ wird heute, synonym, dann gesprochen, wenn Menschen sich untereinander nicht mehr verstehen.

Zusammenprall unterschiedlicher Meinungen

Das kann überall dort der Fall sein, wo Menschen miteinander kommunizieren, in der Auseinandersetzung über Personen oder Sachverhalte uneins sind, somit unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen und ein gemeinsamer Nenner nur schwer, oder überhaupt nicht, zu finden ist.

Die sprichwörtliche „Babylonische Sprachverwirrung“ findet sich u.a. häufig in der Politik, der Wissenschaft, in der Kunst, aber auch ab und an sogar in der Familie oder am Arbeitsplatz.

Als die Menschen sich noch in einer Sprache verständigten

Zurückzuführen ist der Ausdruck auf die Bibel („1. Buch Mose“; 11,1 bis 11,9), und hat mit dem historisch nachgewiesenen Turmbau zu Babylon, der Hauptstadt Babyloniens im Altertum (heute: „Irak“), zu tun.

Und der soll, der biblischen Erzählung zur Folge, von den Nachkommen Noahs begonnen worden sein.

Unterstellt wird dabei, dass sich die Menschheit zu der Zeit als ein einziges Volk empfand, das mit einer einzigen Sprache sprach.

Der Baubeginn

Bereits kurz nach ihrer Ankunft im Lande Sinear (Babylonien/Irak) beschlossen die Siedler, eine Stadt und einen Turm zu bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reichen sollte. Interpretationen zur Folge soll dieses Unterfangen zwei wesentliche Gründe gehabt haben:

  • Zum einen möglicherweise die herostratische Sucht, sich mit dem Wahnsinnsbau einen Namen zu machen,
  • zum anderen aus der Furcht heraus, gegebenenfalls Gefahr zu laufen, in alle Länder zerstreut zu werden. 

Der Einspruch

Die regen Bautätigkeiten der Menschen blieben allerdings Gottvater nicht verborgen. Ziemlich ärgerlich, verwahrte er sich gegen das Ansinnen mit den Worten:

  • „… Wohlauf,  lasst uns hernieder fahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des anderen Sprache verstehe („Babylonische Sprachverwirrung“) …“.

Die Strafe

Gesagt, getan. Gott zerstreute die Menschen in der Tat von dort. Eben aus dem Land Sinear in alle Länder. Der beabsichtigte Bau der Stadt und des Turmes erledigten sich somit von allein.

Übrigens

Was wird der „Liebe Gott“ wohl sagen und tun, wenn der ab 2019 südlich von Baku geplante 1050 Meter hohe „Aserbeidschan Tower“ als das dann höchste Bauwerk der Welt tatsächlich irgendwann einmal fertig gestellt sein wird?

Nun, wer kann das schon wissen …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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