Woher stammen die Begriffe „Sodom und Gomorra“ und „zur Salzsäule erstarren“?

Sodom und Gomorra waren zwei in der Bibel, im 1. Buch Mose („Genesis“), Kap. 13-19,  genannte (fiktive?!) Städte, deren Bewohner sich derart niederträchtig, hundsgemein und verkommen verhielten, dass Gottvater beabsichtigte, die Menschen mit der Vernichtung ihrer Städte zu bestrafen.

Quo vadis?

Nun war es aber so – Abraham und sein Neffe, Lot, hatten sich zuvor auf der Suche nach geeignetem Weideland getrennt – dass Abraham sich für Kanaan, Lot sich dagegen für Sodom am unteren Jordan entschieden hatte.

Im Hinblick auf die bevorstehenden Ereignisse keine gute Wahl!

Da traf es sich gut, dass Abraham mit dem Herrn im Gespräch war.

Diskussion

In einer längeren Auseinandersetzung gelang es Abraham tatsächlich, Gott dazu zu bewegen, die Städte zu verschonen, sofern sich wenigstens zehn anständige Bürger finden ließen. Dachte Abraham bei diesem Kuhhandel möglicherweise auch an seinen Neffen?

Das lässt sich nicht eindeutig feststellen. Egal! Lot bekam seine Chance.

Lot, zwei Engel und der Mob

Lot gewährte zwei Engeln Gastfreundschaft, schützte sie vor dem Mob der Stadt Sodom, der sich über die beiden Gäste hermachen wollte, und bot den aufgebrachten Plebs – zwecks Erhaltung des friedlichen Miteinanders – sogar seine beiden jungfräulichen Töchter an.

Nun ja, das hatte sich gelohnt.

Die Engel warnten den freundlichen Lot vor der geplanten Katastrophe und drängten darauf, dass er Sodom umgehend mit seiner Familie verlassen solle.

Und auch Gott bestärkte Lot im Gedanken an die Flucht zur Stadt Zoar, riet ihm aber, weder sich selbst umzudrehen, noch ein Mitglied seiner Familie einen Blick zurück werfen zu lassen, was sich im Fall des Falles für den Betreffenden ungünstig auswirken würde.

Auf der Flucht

Gesagt, getan! Lot machte sich mit den Seinen auf den Weg und der Herr ließ „Schwefel und Feuer vom Himmel herab auf die Städte Sodom und Gomorra regnen“.

Aber, oh, welch´ Pech!

Lots Frau missachtete den gutgemeinten Rat, blickte sich neugierig um – und „erstarrte zu einer Salzsäule“.

Apropos

  • Sagt heute jemand „… das erinnert ja geradezu an Sodom und Gomorra …“, sind in der Regel irgendwelche chaotischen Gegebenheiten, scheinbar lasterhaft erscheinende Zustände oder schlicht und einfach ein allgemeines Drunter und Drüber gemeint.

Vielleicht könnte man auch einfach sagen: „Was ist denn das hier für ein Saustall? Der gehört ausgemistet!“

  • Erstarrt dagegen jemand sinnbildlich „zur Salzsäule“, ist er gemeinhin vor Schreck, Betroffenheit oder Grauen wie gelähmt.

Lassen beide Redensarten nicht hin und wieder (u.a.) an Parteiengezänk und aufgeregte Parlamentsdebatten denken?

Selbstverständlich nicht ausschließlich. Aber doch manchmal ...!?

Autor: Manfred Zorn

 

 

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