Was ist eigentlich ein ‚Buch mit sieben Siegeln‘?

Das ‚Buch mit sieben Siegeln‘ ist eine im Neuen Testament, 5. Kapitel der ‚Offenbarung des Johannes‘, beschriebene Szene, in der Jesus Christus – gleichnishaft dargestellt durch ein Lamm – ein „… inwendig und auswendig beschriebenes sowie mit sieben Siegeln verschlossenes Buch erhält …“. Im 6. Kapitel der Offenbarung werden die ersten sechs Siegel geöffnet und im 8. schließlich das siebte. Mit schlimmen Enthüllungen.

Die Offenbarung

Unter anderem ist darin

  • von den vier apokalyptischen Reitern (Machtmissbrauch, Krieg, Hungersnot, Tod),
  • von Märtyrern, die es ihren Peinigern heimzahlen wollen sowie
  • von Vorboten eines möglichen Weltuntergangs

die Rede.

Schlussendlich, wie gesagt im 8. Kapitel mit dem Öffnen des 7. Siegels, übergibt Gott sieben Engeln je eine Posaune: „… Und ich sah die sieben Engel, die da stehen vor Gott, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben …“.

Und die, also diese sieben Engel, posaunen im Folgenden das unabänderliche Weltende herbei.

Ende gut, alles gut

Ok, es heißt, die ‚Offenbarung des Johannes‘ stellt sozusagen Johannes‘ Visionen dar, Dinge, die er bildhaft, symbolisch und damit durchaus auch rätselhaft schildert.

Tröstlich bleibt, dass in den letzten drei Kapiteln (Kap. 20 bis Kap. 22) – salopp gesagt – alles gut wird. Dort spricht Johannes im weitesten Sinne versöhnend von einer friedvollen, harmonischen und im Einklang mit Gott stehenden gerechten Welt. Man müsse alles nur richtig verstehen. Und dazu benötige man eben dringend Gottes Weisheit …

PS

Heute sagt man „… das ist ein Buch mit sieben Siegeln …“ immer dann, wenn einem etwas schleierhaft vorkommt, wenn man keine Erklärung für etwas hat, wenn einem etwas unerklärlich, unklar und/oder unverständlich erscheint oder wenn sich einem ein wie auch immer geartetes Vorkommnis wie ein Mysterium darstellt. Nun denn …

Autor: Manfred Zorn
Quelle: ‚Das Neue Testament‘ (Privileg. Württemb. Bibelanstalt, Stuttgart)

 

 

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