Wer oder was sind Dalmatiner – und was ist Dalmatien?

Dazu gibt es zwei Erklärungen.

 

Sowohl als auch

Einerseits bezeichnen sich die in der schmalen Küstenlandschaft Dalmatiens lebenden Einwohner als Dalmatiner, anderseits trägt auch eine von der "Fédération Cynologique Internationale (FCI)" anerkannte Hunderasse den Namen „Dalmatiner“.

Dalmatien - die Landschaft

Mit dem Begriff Dalmatien (zurückzuführen auf die „Delmaten“, eines Stammes der etwa um 1600 v. Chr. dort ansässigen Illyrer) wird eine sich von Zadar über Split und Dubrovnik (Kroatien) bis nach Kotor (Montenegro) erstreckende Region an der adriatischen Ostküste bezeichnet, die bis Anfang der 90iger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Vielvölkerstaat Jugoslawien gehörte.

Woher kommen die "bellenden" Dalmatiner

Während der geneigte Besucher der kroatisch-montenegrinischen Adriaküste noch heute durchaus auf „menschliche“ Dalmatiner trifft, sind Vertreter der gleichnamigen Hunderasse dort so gut wie überhaupt nicht auszumachen – sie waren in dem Landstrich wohl schon immer selten anzutreffen.

Ob diese munteren, pfiffigen und schwarz gefleckten Vierbeiner daher überhaupt ursächlich aus dieser Gegend stammen, darüber gehen die Meinungen noch immer weit auseinander.

Ganz sicher bewiesen scheint allerdings zu sein, dass diese knuffigen Hunde schon in ägyptischen Pharaonengräbern zeichnerisch verewigt wurden.

Wahrscheinlich, so sagt es eine der vielen Theorien über ihre wahre Herkunft, hat diese Hunderasse bereits vor etwa viertausend Jahren den Weg von Indien über Ägypten, das antike Rom und – irgendwie und irgendwann – auch nach Dalmatien gefunden. Möglicherweise durch die zur See fahrenden Völker.

"Getupfte" in England

Seefahrer sollen es dann auch später gewesen sein, die die gesprenkelten Hunde auf ihren Fahrten in andere Länder gebracht haben.

In Chroniken, Gemälden und zoologischen Abhandlungen bereits seit dem 16. bis 18. Jahrhunderts erwähnt und festgehalten, sollen die „Getupften“ dann schließlich im England des 19. Jahrhunderts als sogenannte „Kutschen“- oder „Begleithunde“ endgültig Fuß- oder besser: Pfoten gefasst haben.

"Dalmatinischer Hühner"- oder schlicht "Dalmatinerhund"

Die Namensgleichheit dieser Hunderasse zu den an der kroatisch – „dalmatinisch“-/montenegrinischen – Adriaküste lebenden Dalmatinern, soll, mit ziemlicher Sicherheit, sowohl auf den Wiener Zoologen L.J. Fitzinger (*1802/°1884), als auch auf einen gewissen Thomas Bewick (*1753/°1828) zurückzuführen sein.

  • Fitzinger spricht in seinen Ausführungen unter anderem vom „Dalmatinischen Hühnerhund“,
  • Bewick in seinem 1790/91 in England veröffentlichten Werk „History of Quadrupeds“ schlicht vom „Dalmatinerhund“.

Beide verorten die Herkunft der Rasse übereinstimmend ganz eindeutig in Dalmatien (Kroatien/Montenegro).

Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund ...

Warum auch immer diese Hunderasse nun Dalmatiner heißt, anzumerken bleibt, dass es sich dabei um einen zuverlässigen, ausdauernden, leicht erziehbaren und ausgesprochen kinderfreundlichen Hund handelt, der – circa 60 cm hoch, etwa 30 kg schwer und, wie gesagt, schwarz oder dunkelbraun getupft – nur in Ausnahmefällen bellt.

Walt Disney, Glenn Close und die Dalmatiner

Sehr gern verweisen wir an dieser Stelle auch auf die US-amerikanischen Komödien für die ganze Familie:

  • „101 Dalmatiner“ (Walt Disney-Zeichentrickfilm von 1961),
  • „101 Dalmatiner“ mit echten Hunden und, unter anderen, Glenn Close von 1996 sowie auf die unvermeidliche Fortsetzung mit dem Titel
  • „102 Dalmatiner“ aus dem Jahr 2000.

Dieses Mal als eine englisch-französisch-amerikanische Gemeinschaftsproduktion, aber erneut mit Glenn Close und – Gérard Depardieu!

Autor: Manfred Zorn

 

 

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