Schlafen Pferde eigentlich im Stehen, oder doch eher im Liegen?

Nun, die einen sagen so, die anderen so.

Zwei Meinungen

Ungeachtet der Tatsache – so lautet die Meinung der Ersteren – dass ein an einer Pferdekoppel neugierig stehenbleibender Zaungast Pferde manchmal stundenlang in einer geradezu bewegungsarmen Stellung beobachten könne, habe diese Haltung nicht wirklich etwas mit Schlaf zu tun.

Allenfalls mit der Lust der Tiere auf ein kurzes Nickerchen, was wiederum lediglich einem Zustand des „vor sich hin Dämmerns“ entspräche.

Die zweite Fraktion dagegen vertritt die Theorie, dass die Tiere fraglos auch im Stehen kurzfristig in einen „Tiefschlaf“ fallen können. Wie auch immer ...

Vom Urpferd zum Hauspferd

Pferde gelten als so genannte Fluchttiere, und der von ihnen gern gewählte Halb- oder eben auch der kurze Tiefschlaf im Stehen, lässt sie jederzeit gegen mögliche Gefahren gewappnet sein.

Diese Urängstlichkeit resultiert, so heißt es, aus einer sich über etwa 5o Millionen Jahre erstreckenden Entwicklung vom

  • „Urpferd“ („Hyracotherium“, „Eohippos“), das allerdings, Forschungen zur Folge, nur hasen- bis fuchsgroß gewesen sein soll,

bis zur von der Wissenschaft zeitlich vor

  • sieben- bis sechstausend Jahren in Kasachstan und Usbekistan eingeordneten ersten Zähmung von Wild- zu Hauspferden.

Schlafstellung und Schlafzyklen

Nach wie vor sind Pferde, immer geführt von einem Leithengst, noch heute Herdentiere, die – jederzeit sozusagen „auf dem Sprung“ – in der Regel nur dann „richtig“ schlafen, wenn sie sich von einem „Wache haltenden Kollegen“ beschützt fühlen.

Das tun sie dann entweder in einem „lockeren“ Schlaf mit unter dem Bauch gefalteten Beinen, oder, wenn die Müdigkeit einen tieferen Schlaf erfordert, auf der Seite liegend mit nach vorn gestreckten allen vier Beinen – und auch das nur in mehreren, sehr kurz gehaltenen Schlafzyklen von jeweils fünfzehn bis dreißig Minuten.

Angeblich Zeit genug, um Pferde sogar des Träumens zu verdächtigen.

Träumen Pferde?

Nun ja, mag sein! Immerhin vermitteln die ruhenden Last-, Zug- und/oder Reittiere dem unbefangenen Beobachter durchaus einen rundweg meditativen und gelassenen Eindruck. Und das könnte ja in der Tat etwas mit entspannenden Träumen zu tun haben.

Unabhängig davon, ob die über Jahrtausende zu „Hausfreunden“ domestizierten Wildpferde nun im Stehen oder Liegen "fest" schlafen …

 

Autor: Manfred Zorn

 

 

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