Unter welcher Herrschaft stand Aleppo, bevor es syrisch wurde?

Die heute im Norden Syriens gelegene Handelsstadt Aleppo ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie umkämpft die östliche Mittelmeerregion seit Urzeiten ist und wie schwierig es manchmal ist, eine Stadt einem bestimmten Volk zuzuordnen.

Die Aufzeichnungen beginnen im 2. Jahrtausend v. Chr.

In der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. war Aleppo die Hauptstadt eines Staates, der heute weithin vergessen ist: Jamchad. In dieser Zeit gab es auch Verbindungen und sogar Bündnisse mit Babylon.

Dann wurde die Stadt von den Hurritern erobert und diente denen als Stützpunkt. In der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. folgten dann die Hethiter. Ein berühmter Herrscher der hethitischen Periode war der unvergessene Suppiluliuma I., der um 1380-1346 v. Chr. regierte.

Perser, Griechen und Römer

Es folgten wilde Jahre oder vielmehr wilde Jahrhunderte, in denen erst die Aramäer, dann die Assyrer und dann die Perser Herrscher der Stadt waren. Gegen 1190 v. Chr. wurde die Stadt im Zuge dieser ständigen Kämpfe und Eroberungen fast vollständig zerstört.

Nun betreten wir bekanntere Gefilde: Im Jahre 333 v. Chr. eroberte Alexander der Große Aleppo. Also im gleichen Jahr, in dem er bei Issos die Perser so vernichtend schlug (Drei, Drei, Drei – Issos Keilerei).

Es folgten erst die Armenier und dann, wie kann es anders sein, um die Zeitenwende die Römer. Aleppo wurde in dieser griechisch-römischen Zeit übrigens Beröa genannt.

Die islamische Periode

Im Jahr 638 kamen dann die Araber, die ja zu dieser Zeit ohnehin auf dem Vormarsch waren. Fortan blieb Aleppo vornehmlich islamisch. Es blieb aber trotzdem umkämpft, denn wie auf Christenseite im Westen schützte die gleiche Religion nicht im geringsten vor Scharmützeln und handfesten Kriegen.

Die Hammaniden führten die Stadt zwischen 944-1022 in eine kulturelle Blütezeit. Nach einer zwischenzeitlichen Rückeroberung durch das oströmische Reich folgten die Seldschuken (1070). Dann ging es drunter und drüber und diverse arabische Stämme hatten abwechselnd die Oberherrschaft. Zwischendurch kamen auch noch die Mongolen vorbei und zerstörten die Stadt.

Im 16. Jahrhundert übernahmen dann die Türken (1517), oder Osmanen, wie sie damals genannt wurden, die Macht über Aleppo.

Und seit 1920 gehört Aleppo zu Syrien. Wir prophezeien mal: bestimmt nicht für ewig.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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