Gibt es im alten Ägypten ein Leben nach dem Tod?

Ja.

 

Seelenwanderung

Die alten Ägypter glaubten an Existenzformen der Seele, die unabhängig vom Körper sind und auch noch nach dem Tode (des Körpers) weiterleben.

Der Name dieser drei Seelenformen: Ka, Ba und Ach.

Was genau diese drei Seelen für eine Funktion hatten (oder haben, vielleicht stimmt das ja), ist nur in Ansätzen klar. Denn zum einen sind die schriftlichen Aufzeichnungen dazu spärlich und schwierig zu interpretieren. Zum anderen hat sich die Bedeutung, die Ka, Ba und Ach zugesprochen wurde, im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert.

Der Ka, der Ba und der Ach

Grob vereinfacht kann man sagen:

  • Der Ka ist eine Seele, die mit der Geburt des Körpers "mitgeboren" wird, nach dem Tode aber unabhängig vom Körper weiterlebt und danach in gewisser Weise über den Toten wacht. In mehreren Aufzeichnungen ist Ka eine Art Spiegelbild des Menschen. In den Pyramiden der Pharaonen passierte nach altägyptischer Vorstellung folgendes: Das Ka stieg nach dem Begräbnis des Pharaos bis zur Pyramidenspitze empor und wurde vom Sonnengott Re in Empfang genommen, der die Seele per Sonnenschiff in die Ewigkeit führte.
  • Eine ähnliche Rolle hat der Ba, der aber über viele Jahrzehnte offenbar den Königen vorbehalten war. Für uns Normalsterbliche also nicht ganz so spannend.
  • Der Ach ist eine Seelenform, die erst nach dem Tod überhaupt in Erscheinung tritt. Vorausgesetzt, der Gestorbene schafft es nach seinem Tod, sich die Ach-Kraft anzueignen.

Auch wenn das alles etwas verwirrend und schwer nachvollziehbar erscheint, so ist doch festzuhalten, dass Menschen im alten Ägypten guten Grund hatten, den Tod nicht all zu sehr zu fürchten. Und wer weiß, vielleicht hatten sie ja recht.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

 

 

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