Götter der Nordischen Mythologie: Wer waren Odin, Frigg, Thor, Balder, Tyr und Loki?

Odin, Frigg, Thor, Balder, Tyr und Loki stammen aus dem Göttergeschlecht der Asen und sind – neben einer Vielzahl weiterer Götter – die wichtigsten „Weltenschöpfer“ in der nordischen, nordgermanischen und wikingischen Mythologie.

Odin (Wotan), Gattin Frigg, Balder und seine Brüder

Als unbestritten größter, intellektuellster und weisester unter den ´zig Göttern der Asen gilt Odin, der von den Südgermanen Wotan genannt wurde und seinen Wohnsitz in der Festung Asgard hatte.

Bei seiner stetigen Suche nach Erkenntnis, Wissen und Wahrheit war Odin – verehelicht mit Frigg, der Schutzpatronin und Wächterin über Ehe, Haus und Küche – so gut wie unentwegt im Land unterwegs, um sich über die Befindlichkeiten der Menschen, der Riesen und der Zwerge zu informieren.

Unterstützung bei seinen Streifzügen durch die Welt fand Odin in den beiden Raben Hugin und Munin, die ihm den Beinamen „Rabengott“ einbrachten.

Obwohl er für seinen Wissensdurst nicht nur ein Auge geopfert und sich sogar – durchbohrt von einem Speer – tagelang an die Weltesche „Yggdrasill“ hängen ließ, scheint Odin nichtsdestotrotz kein Freund von Traurigkeit gewesen zu sein. Immerhin, so ist nachzulesen, zeugte er mit Frigg die Söhne:

  • Balder (Gott des Lichts, der Gerechtigkeit und Güte),
  • den blinden Hödur,
  • den in der Götterwelt eher unbedeutenden Hermodr sowie
  • Bragi (Gott der Dichtkunst)

und soll darüber hinaus eine nicht unwesentliche Anzahl Geliebte gehabt haben.

Thor (Donar)

Thor – allendhalben gefürchtet wegen seiner Allmacht über Blitz, Donner und Unwetter – kommt in der Hierarchie der Asen-Götter gleich hinter Odin. Wohl schon deshalb, weil auch Thor ein Sohn Odins ist. Ob nun aus einer früheren Ehe des Göttervaters oder unehelich, bleibt offen. Wie auch immer.

Thor, der zwar in der nordischen, germanischen und wikingischen Mythologie (Religion) als ein für Law and Order sorgender Kraftprotz vorgestellt wird, soll aber durchaus auch eine gutmütige Seite gehabt haben. So ist er – ausgerüstet mit einem mächtigen keilförmigen Hammer („Mjölnir“) – so gut wie pausenlos dabei, die außerhalb Midgards (Wohnort der Menschen) lebende und als permanente Bedrohung empfundene "Liga der Riesen" unter Kontrolle zu behalten.

Thor ist also der Schutzgott der Menschen, insbesondere der Bauern. Selbstredend gilt sein Schutz auch seinen Götterkollegen.

Einmal allerdings muss Thor geradezu ausgerastet sein. Nämlich, als es dem König der Riesen gelang, sich offensichtlich auf die nicht so feine englische Art seines Hammers zu bemächtigen. Thor überwand die ihm von den Riesen diktierten Auflagen mit Hilfe und der List und Tücke des durchtriebenen Gottes Loki, erhielt seinen Hammer zurück – und erschlug kurzerhand alle ihn umstehenden Riesen. Dumm gelaufen – für die Riesen.

Loki (nicht zu verwechseln mit Loki Schmidt, Ehefrau des Kanzlers Helmut Schmidt)

Loki, eigentlich zuständig für das Feuer, steht in der nordischen, germanischen und wikingischen Mythologie für Schlitzohrigkeit, wenn nicht sogar für das Böse schlechthin. Einerseits den Schalk im Nacken und immer für einen guten Scherz zu haben, gilt Loki andererseits als Filou und Schlawiner, der seine negativen Charakterzüge, wie zum Beispiel Niederträchtigkeit, Hinterhältigkeit und Verschlagenheit, geschickt zur Erreichung seiner, keineswegs immer lauteren Ziele einzusetzen weiß.

Nach einem Leben, geprägt von Lug und Trug – unter anderem in abenteuerlicher Verwandlung in die verschiedensten Tiere, einer Beziehungskiste mit einer Riesin und der gemeinsamen Zeugung dreier monströser Kinder – findet Loki sein unrühmliches Ende im Szenario um Ragnarök (Götterdämmerung), dem ultimativen Ende und Neubeginn der Welt.

Tyr

Bleib noch – in dieser kurzen Zusammenfassung nordischer, germanischer und wikingischer Götter – etwas über Tyr, den Gott des Krieges und des Rechts zu erwähnen.

Tyr, ursprünglich oberster Gott der Vanen, später von Odin an der Spitze verdrängt, trotzdem aber im Einklang mit den Asen, zeichnete sich in der Welt der Götter als tapferer Beschützer und Bewahrer des Thing, der Versammlungsstätte für Volks- und Gerichtsangelegenheiten, aus.

Im Kampf mit dem riesigen und gefährlichen „Fenriswolf“, der zu einer Gefahr für Odin zu werden drohte, verlor Tyr einen Arm. Seine ihn auszeichnenden Attribute, den Speer und das Rechtssymbol, wird er demnach wohl in einer Hand gehalten haben. Egal, im Zusammenhang mit Ragnarök verstarb der mutige Tyr. Und wieder war es ein Hund, an dem Tyr scheiterte. Und zwar am Höllenhund und Wachposten am Eingang zur nordischen Unterwelt namens Garm. Dieses Mal bedauerlicherweise allerdings endgültig.

Autor: Manfred Zorn
Quelle: "Mythologie für Dummies" (Christopher W. & Amy Hackney Blackwell / mitp-Verlag, Bonn)

 

 

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