Was ist Walhall und was die Walhalla bei Regensburg?

In der nordischen, germanischen und wikingischen Mythologie war „Walhall/Valhall“ eine prächtige und bombastisch große Halle, die für die Aufnahme tapferer – aber dummerweise dann doch überwiegend im Kampf verstorbener – Krieger bestimmt war. Die im Oktober 1842 vom bayrischen König Ludwig I. (*1786/°1868) eröffnete „Walhalla“ bei Regensburg ist eine Gedenkstätte, in der der interessierte Besucher – so er den mag – herausragender deutscher Persönlichkeiten gedenken kann.

Walhall

Walhall, in der Mythologie – wie gesagt – ein prunkvoll ausgestatteter Ort in Asgard, dem Land der Asen, und vom Göttervater Odin höchst selbst in Auftrag gegeben, hatte 540 Tore und soll Platz für über vierhunderttausend gefallene Waffenträger geboten haben.

Diese Kämpfer, in der Edda zum Beispiel als „Einherier“ bezeichnet, wurden von Odin als Hilfstruppen für den Kampf um das Ende der Welt („Ragnarök“) auserwählt. Bis dahin, also bis zum unablässig von den Asen erwarteten Ende der Welt, bot Odin den „Einheriern“ einen paradiesischen Aufenthalt in Walhall.

So waren die Tage

  • – kulinarisch unterstütz von der Ziege Heidrun, die, man glaubt es nicht, alle Anwesenden ständig und immerzu mit Met versorgen konnte sowie einem Koch, der zwar nicht Johannes Lafer oder Tim Mälzer hieß, aber dennoch die Mägen zu füllen verstand –

ausgefüllt mit kurzweiligem Spiel, Sport und Spaß.

Ergänzt wurde dieses himmlische, geradezu supertolle Dasein durch die Anwesenheit attraktiver, verführerischer und entgegenkommender Walküren. Die wiederum hatten die auf dem Schlachtfeld Gefallenen nicht nur nach Walhall zu bringen, sondern waren außerdem dazu aufgerufen, in angemessener, aber doch auch wohlgelaunter, kreativer und geselliger Art und Weise für Stimmung zu sorgen.

Aber, Achtung:

Die im Zusammenhang mit Walhall (der Unterkunft der Verblichenen) geschilderten Walküren, haben nur unwesentlich etwas mit Richard Wagners (*1813/°1883) Walküren aus dessen vierteiligem Opernzyklus „Der Ring der Nibelungen“ zu tun …

Walhalla bei Regensburg

In der Gedenkstätte Walhalla

  • – der Name dieses Memorials wurde in Anlehnung an die oben beschriebene „Halle der Gefallenen“ Ludwig I. von Bayern vom Schweizer Historiker und Diplomaten Johannes von Müller (*1752/°1809) vorgeschlagen –

werden seit der Eröffnung im Jahre 1842 Marmorbüsten und Gedenktafeln bedeutender deutscher Kaiser, Könige, Bischöfe, Maler, Bildhauer, Erfinder, Gelehrter, Heerführer, Wissenschaftler jeglicher Couleur, Dichter, Komponisten, Philosophen und einiger anderer mehr ausgestellt – und obendrein geehrt. Per heute (2018) umfasst die Sammlung 130 Büsten und 65 Tafeln.

Zum Vergleich

Der auf dem Hollywood Boulevard und der Vine Street in Los Angeles 1960 seiner Bestimmung übergebene „Walk of Fame“ ist zurzeit mit etwa 2600 Sternen für auszeichnungswürdig befundene Personen aus dem so gut wie unüberschaubaren „Who is who“ der Unterhaltungsbranche bestückt. Aber, können Hollywood und die Walhalla tatsächlich miteinander verglichen werden? Egal, sei's drum …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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