Was haben Herakles und „zwölf schwere Aufgaben“ miteinander zu tun?

Details der Geschichten um Herakles, der von den Römern Herkules genannt wurde, werden in den Quellen griechischer Mythologie durchaus unterschiedlich dargestellt.

Wie auch immer es tatsächlich gewesen sein mag, im Wesentlichen hat sich die Legende durchgesetzt, wonach Herakles eine

  • ausgezeichnete Erziehung durch seinen Stiefvater Amphitryon genoss,
  • seine Stärke mit der Tötung des „Thespischen Löwen“ unter Beweis stellte,
  • das Geschlecht der Minyer umbrachte und daraufhin
  • Megara, die Tochter des Königs Kreon von Theben, sozusagen als (Ehe)-Geschenk erhielt. 

Hera, Mord und das Orakel von Delphi

Letzteres wiederum fand nun keineswegs die Zustimmung Heras, die dem guten Herakles nach wie vor in abgrundtiefem Hass verbunden war. Hatte ihn doch Zeus (Heras in seinem Liebesdrang unersättlicher Ehemann) nicht mit ihr, sondern mit Alkmene gezeugt.

Und zwar in der Gestalt Amphitryons, Alkmenes Ehegespons.

Diesen Affront immer noch nicht überwunden, ließ Hera jetzt kurz entschlossen – wegen des ihrer Meinung nach o. gen. unangemessenen "Geschenks" – Herakles den Verstand verlieren.

Das wiederum führte nun dazu, das Herakles in geistiger Verwirrung sowohl Megara, als auch seine drei Söhne erschlug. Mit äußerst unangenehmen Konsequenzen für Herakles.

Sich kurz darauf seiner abscheulichen Tat bewusst werdend, ging Herakles nach Delphi, um sich von Pythia, dem Orakel, sein Strafmaß darlegen zu lassen.

Langer Rede, kurzer Sinn

Herakles wurde vom Orakel dazu verdonnert, für zwölf Jahre dem verschlagenen Eurystheus, König von Mykene und Tiryns, zu Diensten zu sein und alles widerspruchslos zu erledigen, was dieser von ihm, Herakles, verlange.

Und das hatte es in sich!

Unverzüglich trug ihm Eurystheus zuerst zehn, dann sogar zwölf scheinbar unlösbare und zum Teil sogar lebensgefährliche Prüfungen auf.

Unter anderem sollte/musste Herakles:

  • dem „Neméischen Löwen" das Licht auszublasen,
  • der neunköpfigen Hydra – der nach jedem Verlust eines der Köpfe, zwei neue wuchsen – den Garaus zu machen,
  • die mit goldenen Hörnern ausgestattete „Kerynitische Hirschkuh lebendig einfangen,
  • den Stall des Augias ausmisten,
  • die Menschen fressenden Pferde König Diomedes´ unschädlich machen und
  • den dreiköpfigen, die Unterwelt bewachenden, Hund Kerberos kidnappen.

Selbstverständlich bestand Herakles diese Herausforderungen mit Bravour. Nicht umsonst galt/gilt er als der stärkste, listigste und tapferste Held der griechischen Mythologie …

Anmerkungen

  • Thespischer Löwe: Ein Löwe, der sein Unwesen um die altgriechische/antike Stadt „Thespeia“ bzw. „Thespiai“ herum trieb,
  • Neméischer Löwe: Ein von Hera „protegiertes“ Ungeheuer, das vorwiegend in der Gegend der heutigen Ausgrabungsstätte Nemea (Peloponnes/Griechenland) sowohl Menschen und Tiere fraß,
  • Minyer: Ein mehrere Geschlechter umfassendes altgriechisches Seefahrervolk; etwa zwischen 1600-1100 v. Chr. u.a. in Böotien, einer Landschaft Mittelgriechenlands, lebend; benannt nach einem gewissen König Minyas aus der Mythologie,
  • Hera: Griechische Göttin der Ehe und Geburt, Tochter des Kronos (König der Titanen) und der Rheia (ebenfalls aus dem Göttergeschlecht der Titanen) sowie Schwester und gleichzeitig Gattin des Göttervaters Zeus,
  • Eurystheus: Aus der griechischen Mythologie im Wesentlichen durch die an Herakles vergebenen so genannten „zwölf Arbeiten/Aufgaben“ sowie der erschlichenen Herrschaft über Mykene bekannt.

Erschlichen deshalb, weil Zeus Mykene bereits dem Erstgeborenen der Alkmene, also Herakles, zugesprochen hatte.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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