Wer waren eigentlich Herakles und/oder Herkules?

Beide Namen betreffen die gleiche Person. Herkules ist lediglich die lateinische/römische Bezeichnung für Herakles, den bekanntesten, tapfersten und stärksten Helden aus der griechischen Mythologie.

Herkunft

Herakles war einer der diversen Söhne des Womanizers Zeus, den ihm, auf nicht ganz legitime Weise, die mykenische Königstochter Alkmene geboren hatte.

Illegitim deswegen, weil der guten Alkmene überhaupt nicht klar war, wer da zuvor zu ihr ins Bett gestiegen war. Der listige und von Alkmene hingerissene Zeus, hatte sich ihr nämlich in der Gestalt ihres Ehemanns Amphitryon, des Königs der antiken griechischen Stadt Tiryns, genähert.

Und das mit der vollen Absicht, in jener Nacht bewusst einen Helden zu zeugen. Es hat geklappt!

Zwillinge und ein Stiefvater

Allerdings gebar Alkmene zwei Knaben. Herakles hatte also nicht nur einen Zwillingsbruder namens Iphiklos, sondern in Amphitryon – trotz der für diese im Grunde desavouierenden Umstände – auch einen wohlmeinenden Stiefvater. Soweit, so gut!

Heras Auftritt

Allerdings, und das wäre fast ins Auge gegangen, hatten weder Zeus noch Alkmene mit Hera, der griechischen Göttin der Ehe und Geburt sowie eifersüchtigen Gattin des höchsten Weltenlenkers der griechischen Mythologie gerechnet.

Die war nämlich nicht nur stinksauer auf ihren – wieder einmal – fremdgegangenen Göttergatten, nein, Hera war auch ganz und gar nicht einverstanden damit, dass Zeus den Erstgeborenen, im vorliegenden Fall war das Herakles, zum Herrscher über Mykene zu machen gedachte.

Ein Säugling erdrosselt zwei Schlangen

Nach einigem, in der Mythologie immer wieder vorzufindenden und in der Ăśberlieferung unterschiedlich dargestellten Hin und Her der Legenden, gipfelte Heras Konkurrenzneid auf Alkmene schlieĂźlich in der Zustellung zweier Schlangen in das Schlafgemach der beiden Kinder.

Aber, und jetzt kommt´s: Kaum hatte der etwa acht Monate alte Herakles die drohende Gefahr erkannt, erwürgte er die Biester mit bloßen Händen und göttlicher Kraft – ein erster Beweis dafür, dass, wie auch der Seher Teiresias in weiser Voraussicht erkannt hatte, noch große Taten von Herakles zu erwarten waren ...

Anmerkungen

  • Amphitryon: In der griechischen Mythologie im Wesentlichen im Zusammenhang mit seiner Rolle als betrogener Ehemann sowie in der Literatur durch die gleichnamigen TheaterstĂĽcke (zum Beispiel von: Sophokles, MoliĂ©re, Heinrich von Kleist) bekannt,
  • Tiryns: Antike griechische Stadt und, seit der von Heinrich Schliemanns (*1822/°1890) ab 1876 begonnenen archäologischen Arbeiten, heute eine Ausgrabungsstätte auf der Halbinsel Peloponnes,
  • Mykene: Obwohl Archäologen vor und nach Schliemann an Ausgrabungsarbeiten der im 2. Jahrtausend v. Chr. wohl mächtigsten Stadt der Argolis (Region im Osten des Peloponnes/Griechenland) teilgenommen haben, bleibt im Wesentlichen aber der Name Heinrich Schliemanns (*1822/°1890) – neben (u.a.) seiner Lokalisierung Trojas 1868 sowie des Auffindens des sagenumwobenen „Schatzes des Priamos“ 1873 – mit der 1876 begonnenen Freilegung der antiken Stadt Mykene verbunden.

Heute ist die Ausgrabungsstätte von der nahegelegenen Stadt Mykines aus zu erreichen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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