Wer war eigentlich Ödipus - und was ist der Ödipuskomplex?

Ödipus war in der griechischen Mythologie der Sohn des Königs Laios von Theben und dessen Gattin Iokaste.

Ausgesetzt, adoptiert und ein Totschlag

Da das Orakel von Delphi dem Vater geweissagt hatte, das Kind würde ihn, den König, töten und dann die Mutter heiraten, wird Ödipus nach seiner Geburt ausgesetzt.

Allerdings, glückliche Umstände machen es möglich, verbringt der bedrohliche Junge seine Kindheit und Jugend in Korinth. Und zwar bei den Adoptiveltern: König Polybos und dessen Frau Merope.

Endlich volljährig und auf dem Weg nach Theben, erschlägt Ödipus König Laios unbeabsichtigt im Streit mit dessen Kutscher – nicht ahnend, dass er gerade seinen leiblichen Vater gemeuchelt hat.

Irrungen und Wirrungen

Wenig später gelingt es Ödipus, eine Sphinx – ein grauenhaftes Wesen mit Frauenkopf und Löwenkörper – aus Theben zu vertreiben. Dafür erhält er als Belohnung vom amtierenden König Kreon dessen Schwester, die auch gleichzeitig die Witwe des erschlagenen Laios ist, zur Frau.

Da beide keine Ahnung von den familiären Zusammenhängen haben, zeugen sie zwei Söhne sowie die Töchter Antigone und Ismene.

Aber früher noch als ihr Sohn, kommt Iokaste, Ödipus' Mutter und jetzige Ehefrau, im Laufe der inzwischen von Ödipus eingeleiteten Recherchen zwecks Klärung einer möglichen Blutschande, hinter das schreckliche Familiengeheimnis und nimmt sich das Leben.

Als schließlich auch Ödipus den Frevel seiner Blutschuld erkennt, sticht er sich die Augen aus und verlässt Theben.

PS

Der Begriff Ödipuskomplex stammt von Siegmund Freud, ist auf die Tragödie des Ödipus zurückzuführen und bezeichnet in der Psychologie die Hingezogenheit des Sohnes zur Mutter.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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