Wer waren die ersten Ägypter?

Angenommen wird, dass das etwa 1.000 km lange und 10-20 km breite Niltal bereits vor mehr als zehntausend Jahren von Menschen besiedelt wurde.

Frühgeschichte

Der Übergang zu einer bäuerlichen Lebensweise hat dann, so sagt es die Ägyptologie, etwa um 5500 v. Chr. stattgefunden.

Und mit den frühen prä- bzw. vordynastischen Kulturen (Badari-, Naqada- Maadi-Kultur) vollzog sich offenbar – etwa zwischen 4000 bis 3200 v. Chr. – ein langsamer Anpassungsprozess der ober- und unterägyptischen Bevölkerung. Es wurde Tauschhandel betrieben und kleine Dörfer wuchsen zu größeren Orten.

Thinitenzeit – ca. 3000 bis 2700 v. Chr. (1. und 2. Dynastie)

Aus der so genannten Thinitenzeit, benannt nach der Stadt This (heute: Girga), sind erste Spuren der Hieroglyphenschrift, die Verwendung von Stein am Bau sowie königliche Grabanlagen bekannt.

Auch die Gründung der heutigen Stadt Memphis unter dem – vermutlich allerdings wohl mehr der Mythologie zuzurechnenden – Pharao Menes aus der 1. Dynastie soll, so heißt es, auf diese Epoche zurückgehen.

Altes Reich – ca. 2700 bis 2150 v. Chr. (3. – 6. Dynastie)

Primär gelten die gut fünfhundert Jahre des Alten Reichs als Zeitalter der Pyramiden. Unter anderen die von Sakkara, Dahschur, Gizeh und Abusir.

Die haben sich die Stellvertreter der Götter auf Erden, also die herrschenden Pharaonen – neben den dem Kult des Sonnengottes Re gewidmeten Sonnentempeln – als Grabanlage errichten lassen.

Die heute bekanntesten,

  • zu den sieben Weltwundern der Antike zählenden und
  • von den Königen Cheops, Chephren und Mykerinos als letzte Ruhestätte vorgesehenen Bauwerke

sind die Pyramiden von Gizeh (Giza).

Gleichwohl, so überwältigend diese imposante Hinterlassenschaft faszinierender Baudenkmäler auch sein mag, lässt sich der Forschung zur Folge das Alte Reich keineswegs nur darauf reduzieren.

Archäologische Funde weisen zum Beispiel hin

  • auf ein zentralisiertes Staatswesen,
  • eine durchdachte Verwaltung in Form von Gauen mit funktionierender Bürokratie sowie
  • auf ausgeprägte, allerdings nicht ausschließlich mit friedlichen Mitteln zu Wege gebrachter Handelsbeziehungen zum Libanon, zu Nubien, Phönizien, Libyen und anderen Völkern.

Erste Zwischenzeit – ca. 2155/50 bis 2135 v. Chr. (7. – 10. Dynastie)

Aber wie das oft so war und ist: Etwa um 2155/50 begann der Niedergang des Alten Reiches. Wegen innenpolitischer Querelen (der eine oder andere Gaufürst strebte nach Unabhängigkeit) und weiterer Widrigkeiten (Missernten, Hungersnot).

Auf den Nenner gebracht

Mit einiger Sicherheit ist davon auszugehen, dass es den alten Ägyptern bis hierher bereits gelungen war, den Grundstein zu einer Zivilisation und Kultur zu legen, die nicht zuletzt wegen ihrer Beständigkeit und Dauer in der Geschichte ohne Beispiel ist.

Und, um es einmal salopp auszudrücken: Ägypten war bereits im Altertum antik ...

Autor: Manfred Zorn

Quellen: „Ägypten“ (Polyglott), „Geschichte kompakt & visuell“ (Philip Parker/DK Dorling Kindersley), „Ägypten – Die Pharaonenreiche“ (rororo-Life Bildsachbuch), „Das Ägyptische Museum Kairo“ (Offizieller Katalog/Verlag Philipp von Zabern, Mainz)

 

 

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