Wer oder was waren/sind "Aramäer"?

Über das tatsächliche Wann und Wo des Auftauchens des semitischen Volksstammes der Aramäer, gibt es keine exakten historischen Hinweise.

Abgesehen von einer maßgeblichen Erwähnung im Alten Testament, unter anderem im 1. Buch Mose (Genesis 10, 24, 25, 28), ist heute allerdings als sicher anzunehmen, dass sich nomadisierende Aramäerstämme verstärkt in Assyrien (dem heutigen Syrien) und in Teilen Mesopotamiens niederließen.

Durchsetzung

Die Aramäer gründeten Königreiche, wie zum Beispiel – und ebenfalls in der Bibel genannt – Aram (Damaskus) und Arpad (nahe der heutigen Stadt Aleppo/Syrien), und behaupteten sich im Laufe des 12. und 11. Jahrhunderts v. Chr., trotz mehrfacher kriegerischer Auseinandersetzungen mit den Assyrern, auch gegenüber Babyloniern und Chaldäern.

Sprache

Zwar schafften es die Aramäer nicht, einen einheitlichen Staat, ein vereintes Königreich als Gegengewicht zum Reich der Assyrer zu bilden, aber – sie verbreiteten ihre, dem Hebräischen verwandte, semitische Sprache über den ganzen mesopotamischen Raum.

Bemerkenswert bleibt, dass das Aramäische sogar von den Assyrer angenommen sowie Jahrhunderte später im Altpersischen Reich (Achämenidenreich, 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr.) sozusagen Amtssprache wurde.

Anmerkung

Während sich die meisten der frühen Hochkulturen im Dunkel der Geschichte verlieren, leben die Nachfahren der „antiken“ Aramäer heute, überwiegend als christliche Gemeinden, unter anderem im Irak, im Libanon und im Iran, in Syrien, der Türkei, Jordanien und auch in Europa und Nordamerika.

Die über die Jahrhunderte in ihrem Ursprung Veränderungen unterworfene aramäische Sprache, lebt heute im Wesentlichen in der Liturgie der maronitischen (älteste christliche Religionsgemeinschaft, z. B. im Libanon) und der syrisch-orthodoxen Kirche weiter.

Allerdings, so heißt es, sind britische Linguisten damit befasst, die Sprache auch darüber hinaus – sozusagen – „wieder zu beleben“ …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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