Wer oder was waren die Assyrer - und wann und wo lebten sie?

Die Assyrer herrschten ungefähr über eintausenddreihundert Jahre – etwa von 2000 v. Chr. bis 612/10 v. Chr. – im Norden Mesopotamiens (heute Irak, Syrien, Libanon, Türkei), einer antiken Landschaft zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris. Der exakte Zeitpunkt ihres Erscheinens auf der geschichtlichen Bildfläche ist allerdings nicht eindeutig zu bestimmen.

Bibel und Chronologie

Ein deutlicher Hinweis auf die Existenz der Assyrer ist dagegen bereits im Alten Testament (1. Buch Mose 2, 14) zu finden.

Dort steht:

  • „… der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat …“

Was dem biblischen Zweistromland entspricht.

Wissenschaftlich wird die assyrische Herrschaft heute – neben der ebenfalls aus der Bibel (u.a.: 1. Buch Mose 10, 8-12) zu entnehmenden Frühgeschichte, etwa ab 5000 bis 2000 v. Chr. – in drei Epochen eingeteilt:

  • In das „Altassyrische Reich“ zwischen etwa 2000 bis 1350 v. Chr.,
  • das „Mittelassyrische Reich“, das unter den Königen Ashur-Uballit, Adad-Nariri, Tukulti-Ninurta I. und einigen anderen mehr ab etwa 1365/50 v. Chr. zu einer ersten Blüte gelangte – bis es unter einem gewissen Assur-Rabi II. etwa ab 970 v. Chr. in seiner bis dahin erreichten Größe von einwandernden Aramäern in weiten Teilen erobert und zerschlagen wurde sowie
  • in das „Neuassyrische Reich“, das etwa ab 1000/900 v. Chr. begann, und in den darauf folgenden circa drei Jahrhunderten unter seinen gut achtzehn Herrschern wieder zu neuer Macht und Einfluss zurückfinden konnte.

Die Erfolgreichen unter ihnen hatten es verstanden, das Assyrische Reich schließlich bis ans Mittelmeer und über Teile Ägyptens auszudehnen.

Mit der Erstürmung der assyrischen Hauptstadt Ninive im Jahr 612 v. Chr. durch Babylonier und Meder, kam es dann aber wenig später (610/609 v. Chr.) zum endgültigen Aus des Assyrischen Reiches, das bis zu diesem Zeitpunkt ohne Zweifel ein von Königen geführtes machtvolles, erfolgreiches und glanzvolles Reich gewesen war.

Eigenschaften

Über die Jahrhunderte jeweils regiert

  • von mächtigen Königen,
  • der Keilschrift mächtig,
  • monumentaler Baukunst zugetan,
  • Landwirtschaft und ausgeprägten Handel treibend,
  • an den Obergott Assur mit seinen zahlreichen (für alle Eventualitäten des Lebens zuständigen) Untergöttern glaubend sowie mit
  • wechselnden Hauptstädten (Assur, Khorsabad, Kalach/Nimrud, Ninive),

sticht, Quellen (z.B. der Bibel) zur Folge, eine Eigenschaft der Assyrer besonders hervor:

Nämlich ihre für die Zeit außergewöhnlich taktisch und strategisch angelegte „Kriegskunst“, gepaart mit einer ausgezeichneten waffentechnischen Ausrüstung und kompromissloser Kampfbereitschaft ihrer Truppen – die auch vor unvorstellbarer Brutalität gegenüber ihren Gegnern nicht zurückschreckten.

Der Weg allen Irdischen ...,

Hat aber, wie gesagt, nichts genutzt. Wie allem Irdischen zu eigen, blieb auch das Reich der Assyrer letztlich "endlich". Um 612/610 v. Chr. zerfiel das Reich.

... führt aber immerhin ins Museum

Das, was heute über das Volk der Assyrer und deren Kultur bekannt ist, stammt aus archäologischen Funden, die in den Überresten der antiken Städte Assur (heute: Ruinenhügel – Kalat Scherkat/Irak), Ninive und Kalach/Nimrud (beide nahe der heutigen Stadt Mosul/Irak) gemacht wurden.

Eine nicht unerhebliche Anzahl an Exponaten der bisher durchgeführten Ausgrabungen, sind – sowohl im Pergamonmuseum in Berlin, als auch im Britischen Museum in London – dem interessierten Besucher zugänglich gemacht.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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