Was ist unter den Begriffen „Mittelbabylonische“ Periode, Kassiten und Elamitern zu verstehen?

Die Bezeichnung „Mittelbabylonische“ Periode/“Mittelbabylonisches“ Reich umfasst, je nach angewandter archäologischer Chronologie die Jahrhunderte zwischen 1595/1530 v. Chr. bis 1165/1155 v. Chr. Das war der Zeitraum, in dem das vermutlich aus dem Kaukasus und/oder der Gegend des heutigen Iran stammende Volk der Kassiten – nach dem vergleichsweise kurzzeitigen Intermezzo der Hethiter – die Herrschaft über Babylonien ausübte.

Aufstieg

Die Kassiten, die, sozusagen übergangslos, die Kultur und Sprache der Babylonier übernahmen, sich also babylonischen Gepflogenheiten schnell anpassten, wurden dem zur Folge nicht als Fremdherrschaft empfunden.

Anfangs schwach, entwickelte sich das Reich der Kassiten im Laufe der Zeit unaufhaltsam zu einer ernstzunehmenden, von einer feudalen Oberschicht regierten, Macht im Süden und Osten Mesopotamiens (Gegend um die Flüsse Euphrat und Tigris, dem so genannten Zweistromland, Anatolien und Levante/östliches Mittelmeer).

Profession

Während über die kulturelle Hinterlassenschaft der Kassitendynastie so gut wie nichts bekannt ist, scheint es andererseits als erwiesen, dass sich die Kassiten ausgiebig und kenntnisreich mit der Pferdezucht und dem Wagenbau auseinandergesetzt haben sollen. Wie auch immer!

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts v. Chr. kamen die Assyrer nach Babylonien.

Niedergang

Vom Widerstand gegen die Eindringlinge geschwächt, war es für die im 12. Jahrhundert nachfolgenden Elamiter (Volk aus dem heutigen Iran mit der antiken Hauptstadt Susa) ein Leichtes, Babylonien zu einem Vasallenstaat zu machen.

Damit war es (etwa um 1165/1155 v. Chr.) zu Ende mit dem Kassitenreich.

Wissenschaftlich in Bruchteilen zwar auch noch nach ihrer babylonischen Herrschaft nachweisbar, verliert sich die Spur der Kassiten, etwa ein Jahrtausend später, endgültig im Nebel der Geschichte …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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