Wer war Nebukadnezar - und warum kommt einem der Name bekannt vor?

Insgesamt gab es vier babylonische Könige dieses Namens. Zu einiger Bekannt- und Berühmtheit in der Historie, der Bibel und der Oper, hat es allerdings lediglich Nebukadnezar II. gebracht.

Nebukadnezar I.

stammte aus der so genannten 2. Dynastie von Isin, einer antiken Stadt in Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris; heute: Irak).

Ihm gelang es zwischen 1126 bis 1104 v. Chr. sowohl die Elamiter (Eindringlinge aus dem Iran/Persien) aus Babylonien zu vertreiben, als auch in mehreren Feldzügen die Assyrer in ihre Schranken zu verweisen.

In der Folgezeit – Hieb und Stich konkurrierender Völker und Stämme (z.B.: Aramäer, Meder, Skythen, Chaldäer, immer wieder die Assyrer und schließlich auch noch die Ägypter) standen auf der Tagesordnung – schwankte Babylonien zwischen Unabhängigkeit und Bedeutungslosigkeit.

Aber dann kam Nebukadnezar II. (*etwa um 640/°562 v. Chr.),

der als Gründer des von 625 bis 539 v. Chr. andauernden Neubabylonischen- bzw. des Chaldäerreiches gilt.

Vermutlich im Jahr 605/04 v. Chr., möglicherweise auch erst 597 v. Chr., marschierte der ab 605 v. Chr. amtierende neubabylonische König Nebukadnezar II. gegen die Ägypter, die er in der Schlacht bei der antiken Stadt Karkemisch (heute: Ruinenfeld im türkisch/syrischen Grenzgebiet) besiegte und ganz nebenbei schnell noch Jerusalem zerstörte.

Im Weiteren nutzte er seine Herrschaftszeit, um die Macht Babyloniens zu festigen, die Hauptstadt Babylon prächtig auszubauen sowie zahlreiche Tempel errichten zu lassen.

Mit Nebukadnezar II. in Verbindung gebracht werden, unter anderen, der vornehmlich in der Bibel erwähnte

  • "Turmbau zu Babel",
  • die so genannte „babylonische Sprachverwirrung“,
  • das heute im Pergamonmuseum in Berlin befindliche „Ischtar-Tor“ (Teil der zu den sieben antiken Weltwundern zählenden „Mauern von Babylon“)

sowie die mit der Zerstörung Jerusalems einhergehende Verschleppung des jüdischen Volkes, oder doch wenigstens dessen Oberschicht, in die – je nach Betrachtung der historischen Eckpunkte – fünfzig-, sechzig- bzw. siebzigjährige

  • „Babylonische Gefangenschaft“.

Nebukadnezar und die Oper

Und dann findet Nebukadnezar II. seine Entsprechung noch in Giuseppe Verdis (*1813/°1901) 1842 in Mailand uraufgeführter Oper „Nabucco“, in der darüber hinaus auch von den „Hängenden Gärten der Semiramis von Babylon“ die Rede, besser: der Gesang, ist.

Nebukadnezar III.

taucht kurzzeitig gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. im Zusammenhang mit seinen letztlich gescheiterten Auseinandersetzungen mit dem Perserkönig Dareios/Darius I. (*etwa 549/°486 v. Chr.) auf; und über

Nebukadnezar IV.,

der ursprünglich auch auf den Namen Aracha gehört haben soll, ist in den Annalen nicht wirklich viel nachzulesen. Außer, dass es ihn wohl tatsächlich gegeben hat …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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