Warum gelten die Etrusker heute immer noch als „geheimnisvolles" Volk?

Nun, das immer noch Geheimnisvolle der Etrusker mag daran liegen, dass es (bisher) keine von ihnen selbst angefertigten Aufzeichnungen zu geben scheint.

Seit Beginn wissenschaftlicher Beschäftigung mit den Etruskern gegen Ende des 18. Jahrhunderts, wurden zwar umfangreiche

  • Kenntnisse aufgrund einer Vielzahl von archäologischen Funden, die zu einem großen Teil auf Ausgrabungen ehemaliger Begräbnisstätten (Nekropole) zurückgehen, erlangt, aber – wie gesagt – bis heute
  • keinerlei von den Etruskern selbst erstellten Chroniken oder ähnliches gefunden.

Sprache? Unbekannt!

Hinzu kommen die nach wie vor nicht eindeutig zu bestimmende Herkunft der Etrusker sowie die unbefriedigende Tatsache, bisher noch keinen wirklich geeigneten Schlüssel zur Entzifferung ihrer Sprache entdeckt zu haben.

Trotz einer Fülle aufgespürter und in griechischen Buchstaben gehaltener Inschriften (es soll sich dabei um neun- bis zehntausend in Stein, Ton, Metall und sogar eine auf Stoff geschriebene handeln), ist die Bedeutung dieser Schriftzeichen von den Linguisten bis dato nur in verschwindend wenigen Fällen zu deuten.

Woher kommt denn dann das Wissen über die Etrusker?

Das, was trotz allem über die Etrusker bekannt ist, und das ist nicht wenig, haben Archäologen und Historiker aus den weitaus ergiebigeren Quellen der bei Ausgrabungen gefundenen Grabbeigaben.

Und die in den Grabkammern entdeckten Wandmalereien sowie die Überlieferungen griechischer und römischer zeitgenössischer Geschichtsschreiber – die allerdings aus Gründen erbitterter Machtkämpfe um die Vorherrschaft im Handel, der Schifffahrtsstraßen und territorialer Ansprüche die Etrusker nicht unbedingt wohlwollend darstellen – wurden von den Forschern so gut rekonstruiert, dass ein umfangreiches und wissenschaftlich untermauertes Porträt etruskischer Kultur, Religion, Gesellschaftsstruktur und Lebensweise möglich wurde.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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