Wer oder was waren die Hethiter?

Die Hethiter scheinen nach wie vor ein als ein im Grunde „geheimnisvolles“ Volk zu gelten! Aber, nach allem, was man bisher von ihm weiß, wohl ganz sicher ein Volk mit einer anspruchsvollen Kultur.

Die Bibel und erste Entdeckungen

Obwohl von der Wissenschaft bereits seit langem durch die eine oder andere Erwähnung in der Bibel (AT) wahrgenommen, ist die Bedeutung der Hethiter erst so richtig ab 1834 in das Bewusstsein der Archäologie getreten.

In jenem Jahr entdeckte der Franzose Charles Texier (*1802/°1871) nahe der heutigen Ortschaft Bogazkale/Bogazköy (Zentralanatolien/Türkei) Ruinen, Mauern und Tore, ohne diese jedoch einer Epoche, Ethnie oder Kultur zuordnen zu können.

Nachweis

Trotz der Besuche einer Reihe weiterer Forschungsreisender in den Jahren nach Charles Texier und erster Ausgrabungen um 1883/84, begannen methodisch durchgeführte Arbeiten dann schließlich 1906 unter Leitung des Berliner Professors für altorientalische Sprachen und Keilschriftexperten Hugo Winckler (*1863/°1913).

Mit der „Übersetzung“ einer Vielzahl der aufgefundenen Tontafeln, gelang ihm schlussendlich der Nachweis eines bis dahin unbekannten Volkes, der Hethiter.

Erkenntnis

Der Auswertung von etwa dreißigtausend dieser Tontafeln sowie weiterführenden Forschungen zur Folge, entwickelte sich das Hethitische Reich etwa ab 2000 oder, anderen Quellen nach, zwischen den Jahren 1700 bis 1200 v. Chr. zu einer durchaus bedeutenden Kultur im Raum zwischen der Ägäischen Küste Anatoliens, dem Fluss Euphrat (Irak, Syrien, Türkei) sowie der Levante, also der Länder um das östliche Mittelmeer herum.

Gewissheit

Als gesichert gilt heute die Annahme, dass ein gewisser (König) Hattusili um 1650 v. Chr. die bei Bogazkale/Bogazköy gelegene

  • Hauptstadt Hattusa (auch: „Hattusch“) gründete, und diese zum politisch-religiös-militärischen Zentrum des sich in seinen Grenzen immer mal wieder verschiebenden Reiches machte,
  • die Hethiter einen regen Handelsaustausch mit den Assyrern trieben,
  • dass sie möglicherweise eine politisch-diplomatische Beziehung zu Troja und zum Alten Ägypten („Neues Reich“, etwa von 1550 bis 1070 v. Chr.) pflegten und über
  • eine gefürchtete Streitmacht verfügten haben müssen.

Weltkulturerbe – trotz offener Fragen

Und doch bleibt nach wie vor offen, woher die Hethiter ursprünglich tatsächlich kamen, was sie nach Kleinasien verschlagen hat und warum, wodurch und durch wen genau die Stadt Hattusa zerstört, und damit das Reich der Hethiter etwa um 1200 v. Chr. im Dunkel der Geschichte verschwand.

Darüber geben die bisher enträtselten Funde keine exakten Hinweise.

Egal! Trotz andauernder Ausgrabungen und Forschungen, hat die UNESCO 1986 Hattusa schon mal zum Weltkulturerbe erklärt …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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