Wer waren die Indogermanen, woher kamen sie - und was bedeutet „Indogermanisch“?

Wer die so genannten Indogermanen waren, und woher sie kamen? Das weiß man (noch!) nicht so ganz genau.

Suche nach den Wurzeln

Seit aber der deutsche Sprachwissenschaftler Franz Bopp (*1791/°1867), etwa um 1820 herum, nachweisen konnte, dass fast alle heute gesprochenen Sprachen Europas (mit Ausnahme des Finnischen, Baskischen, Ungarischen und Estnischen) untereinander verwandt sind und sogar eine gemeinsame Wurzel mit dem Indischen und Persischen aufweisen, wird bis heute nach einem Volk „gefahndet“, das irgendwann einmal eine gemeinsame Sprache gesprochen haben muss.

Vermutungen

Aber, unabhängig davon, dass bisher keinerlei eindeutige archäologischen Funde jedweder Art gemacht werden konnten, die auf eine mögliche Zivilisation mit einhergehender kultureller Eigenart schließen lassen, wird inzwischen – trotz nur vager Indizien – von der Wissenschaft mit einiger Sicherheit angenommen, dass dieses „geheimnisvolle“ Volk, wenn es es denn tatsächlich gegeben haben sollte, seinen Ursprung sowohl in mittel- und westeuropäischen Gegenden oder auch – nach anderer Auffassung – in den Steppen Osteuropas um 3500 v. Chr. gehabt, und sich sukzessive in alle Richtungen ausgebreitet haben muss.

Namensgebung

Wie aus diesen unterschiedlichen Betrachtungen eindeutig zu beobachten ist, gehen hier die Meinungen der Forscher nach wie vor einigermaßen auseinander.

Was bis zu einer endgültigen Klärung bleibt, ist, dass der Begriff „Indogermanisch“ per heute lediglich als eine Wortprägung zu sehen ist, die vor etwa zweihundert Jahren von den Sprachwissenschaftlern um und nach dem weiter oben genannten Professor Franz Bopp gewählt wurde, um dem „Kind“ – eben diesem vermuteten Volk – einen Namen zu geben.

Namenswechsel

Allerdings, und weil bereits schon der – unter anderem auch mit vergleichender Sprachwissenschaft befasste – Schriftsteller, Philosoph und Literaturhistoriker Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel (*1772/°1829) in diesem Zusammenhang 1819 von einer „indisch-lateinisch-persisch-germanischen Sprachfamilie“ gesprochen hat, hat sich in der Sprachwissenschaft zunehmend und länderübergreifend, statt der Bezeichnung

  • „Indogermanisch“,

inzwischen mehr und mehr der Terminus

  • „Indoeuropäisch“

durchgesetzt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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